Das Theater Heilbronn zeigt erstmals die schwungvolle und klangstarke Konzertinszenierung „Love, Amy“: eine Verneigung vor dem Ausnahmetalent Amy Winehouse. Wenig Text und fast durchgängig Gesang mit Livemusik von Thilo Wolf und seiner Big Band.
Gratwanderung zwischen Tragik und Genialität
Amy Winehouse hat die Musikwelt mit ihrer kräftigen Soulstimme, ihrem Ausdruck und ihrer Liebe zur Musik verzaubert. Sie wollte singen – und die große Liebe finden.
Diese hat sie zwar gefunden, doch sie war auch ihr Untergang. Diese Gratwanderung zwischen Tragik einerseits und Genialität andererseits steht im Zentrum von „Love, amy” am Heilbronner Theater.

Die Idee einer Tribute-Show wurde schnell verworfen
Erzählt wird anhand vieler Musiktitel von Wegbegleitern, musikalischen Vorbildern und Bewunderern der Ausnahmekünstlerin, wie etwa Adele.
Auf der Bühne tanzt und spielt das Ensemble, begleitet von Thilo Wolf und seiner Big Band. Der Musiker hatte auch die Idee zum Stück:
„Ganz am Anfang, vor sieben Jahren, hatte ich erst an eine Tribute Show gedacht. Aber wenn man sich mit Amy beschäftigt, dann merkt man ganz schnell es funktioniert nicht, eine verkleidete Amy Winehouse auf die Bühne zu stellen.“
Handlung erschließt sich durch Liedtexte
Die Hauptrolle in dieser Hommage spielt und singt die Sängerin und Schauspielerin Johanna Maria Iser und ist dabei die personifizierte Musik, indem sie aus deren Perspektive den Blick auf Amy richtet.

Der Gegenspieler zur Musik ist die zerstörerische Kraft des Mannes, der Amy liebt, mit Drogen und Alkohol aber auch in den Abgrund reißt.
Inszeniert ist das Stück mit wenig Text, fast durchgängig spielt die Big Band. Die Handlung erschließt sich auch durch die Liedtexte. Alles ist immer in Bewegung, ein Markenzeichen von Regisseur Gaines Hall.
Die Musik ist bis heute nicht verstummt
Als Amy Winehouse überzeugt Johanna Maria Iser auf der Bühne. Sie verkörpert die britische Künstlerin auch deshalb so glaubhaft, weil sie sich seit vielen Jahren mit ihr beschäftigt.
„Die persönliche Verbindung zu Amy startete bei mir im Jazz-Studium. Und Amy war eine der Künstlerinnnen die mich am meisten berührt hat. Vor allem auch, weil sie Jazz wieder Salonfähig gemacht hat”, so Iser.
„Love amy” ist eine Verneigung vor einer ganz großen Soul- und Jazz Sängerin, die viel zu früh gegangen ist. Deren Musik aber bis heute nicht verstummt.