Hier dreht sich alles um klassische Musik: Wir sprechen mit Künstlern, berichten über Konzerte und Festivals im Sendegebiet, kommentieren aktuelle Ereignisse im Musikleben, und stellen neue Musik vor.
Treffpunkt Klassik – Die Neuesten Beiträge
Musikthema Blick in die Zukunft: Das SWR Experimentalstudio an neuem Ort
Das renommierte SWR Experimentalstudio forscht und arbeitet seit über 50 Jahren an neuen Klängen. Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen gehören zu den Gründervätern, Luigi Nono prägte das Studio in den 1980er Jahren. Heute sind es viele internationale Komponisten und Komponistinnen aller Generationen, die in gemeinsam mit den Klangregisseur:innen im Freiburger Spezial-Studio Neues entwickeln. Da das sanierungsbedürftige Heimatgebäude des SWR Freiburg zum Verkauf steht, wurde intensiv ein passender neuer Standort gesucht – und nun gefunden.
Porträt Alice Sara Ott und ihre John-Field-Liebe
Der Komponist John Field ist der Erfinder der Nocturne und trotzdem vollkommen unbekannt. Alice Sara Ott setzt sich jetzt für seine Bekanntheit ein. Sie hat all seine 18 Nocturnes eingespielt und geht aktuell damit international auf Tour. In ihrem neuen Bühnenprogramm kombiniert sie die Nocturnes mit Sonaten von Ludwig van Beethoven. Zwei Zeitgenossen: Der eine ist heute weltberühmt, der andere vergessen. Sophie-Caroline Danner hat sich mit der Münchner Pianistin darüber unterhalten.
Porträt Patricia Kopatchinskaja: Im Namen des Friedens
„Es ist wichtig, dass wir Musiker etwas Aktuelles aussagen.“ Das fordert die Geigerin Patricia Kopatchinskaja. Zwei Jahre lang war sie Associated Artist im SWR Experimentalstudio, aktuell ist sie Artist in Residence beim SWR Symphonieorchester, und sie sucht dort nicht zuletzt neue Konzertformen für drängende Themen.
„Im Namen des Friedens“ heißt das von ihr entwickelte Projekt, in dem Experimentalstudio und Symphonieorchester beteiligt sind. Im November hat es in Stuttgart, Freiburg und Berlin stattgefunden. Heute Abend ist es hier in SWR Kultur zu hören.
Kommentar Magere vier Jahre? Orchester und freie Szene in den Wahlprogrammen
Kurz vor der Bundestagswahl haben die Gewerkschaften der freien Szene und der Orchester eine Analyse herausgegeben, in der sie die Parteiprogramme an ihren Forderungen messen. Die anschauliche Tabelle kommt genau zur richtigen Zeit, findet Hannah Schmidt.
Musikthema Clytus Gottwald mit dem SWR Vokalensemble
Was wäre, wenn Gustav Mahler, Richard Strauss oder Hugo Wolf für A-cappella-Chor komponiert hätten? Wenn sie die Möglichkeiten moderner Chortechnik gekannt hätten? Diese Frage stellte sich Clytus Gottwald - und erschuf daraus ein faszinierendes neues Repertoire. Morgen Abend würdigt das SWR Vokalensemble seinen hundertsten Geburtstag mit einem Konzert in der Evangelischen Kirche Gaisburg. Eine musikalische Zeitreise in die Klangwelt des Fin de Siècle - neu gedacht für Chor. Eva Pobeschin über die Transkriptionen von Clytus Gottwald.
Buch-Tipp Christoph Eschenbach - Lebensatem Musik
„Was ich immer anstrebe mit Orchestern ist, dass jeder auf den anderen hören soll, ob das nun der zweite Geiger am letzten Pult ist, der den dritten Kontrabass hören soll, oder in der Kammermusik mit nur wenigen Beteiligten.“ Sagt Christoph Eschenbach. Er zählt zur Spezies der Doppelbegabungen: Solisten, die auch dirigieren, Dirigenten, die auch als Solist tätig sind. Nun feiert Christoph Eschenbach seinen 85. Geburtstag. Passend zu diesem Festtag ist ein neues Buch erschienen, dass seine bewegte Lebensgeschichte und seinen künstlerischen Werdegang beleuchtet. Christoph Vratz hat es gelesen.
Werk-Porträt Deutsche Erstaufführung von Johannes-Schöllhorn Komposition mit dem SWR Experimentalstudio
„Spiegelbilder und Schattenspiele“ – ein Konzertabend für Klavier mit und ohne Elektronik bringt den Pianisten Alfonso Gomez ins SWR Studio Freiburg. Dort entstand 2023 auch das Zuspielband für die Komposition „espejo“ von Johannes Schöllhorn, die ihre Deutsche Erstaufführung haben wird. Lydia Jeschke hat schon hineingehört und mit dem Komponisten gesprochen.
Reinhard Goebel erklärt Mozarts "Kleine Nachtmusik" Folge 4: Ein guter Schluss ziert alles
Wer kennt sie nicht: Mozarts „Kleine Nachtmusik“! Aber kennen wir sie wirklich? In einer neuen Reihe für SWR Kultur Treffpunkt Klassik beleuchtet der Dirigent Reinhard Goebel eines der populärsten Werke der klassischen Musik – und das mit kritischem Blick in die Noten und einer gehörigen Portion Humor. In der vierten und letzten Folge zeigt Goebel, mit welchen Kunstmitteln Mozart seine Streicherserenade zu einem krönenden Abschluss führt.
Portrait 100. Todestag des italienischen Komponisten Marco Enrico Bossi
Am 20. Februar 2025 jährt sich ein Todestag zum 100sten Mal: der von Marco Enrico Bossi. Ein Name, den man kaum noch kennt – aber zu Lebzeiten war der italienische Komponist und Orgelvirtuose sehr berühmt. Auch in Deutschland. Bossi hatte einen schönen Spitznamen, den ihm der Dichter Gabriele D'Annunzio gegeben hat: "Hoher Herr der Klänge" hat er ihn genannt. Das macht neugierig – und mehr über Bossi verrät uns jetzt Sylvia Roth.
Album-Tipp Konzertarien mit Reinoud van Mechelen
Konzertarien sind quasi ein Abfallprodukt des Opernmusikbetriebs im 18. Jahrhundert. Reisende Virtuosen waren mit den ihren Rollen zugedachten Musikstücken nicht zufrieden, wünschten sich von anderen Komponisten Ersatz. Oder diese wollten einer in sie verliebten Interpretin schmeicheln. Oder ein Adeliger bestellte für einen Vokalfavoriten ein Galastück für das nächste Konzert. Doch dass auch Gelegenheitsarbeiten zu Kunstprodukten veredelt werden können, stellt einmal mehr Wolfgang Amadeus Mozart klar. Aus der Fülle seiner Dutzenden von Konzertarien hat der Belgier Reinoud van Mechelen nun die nur sieben originalen Stücke für Tenor ausgewählt. Manuel Brug hat sich für uns dessen jüngstes Album bei Alpha angehört.
Reinhard Goebel erklärt Mozarts "Kleine Nachtmusik" Folge 3: Der Inbegriff der Unterhaltungsmusik
Wer kennt sie nicht: Mozarts „Kleine Nachtmusik“! Aber kennen wir sie wirklich? In einer neuen Reihe für SWR Kultur Treffpunkt Klassik beleuchtet der Dirigent Reinhard Goebel eines der populärsten Werke der klassischen Musik – und das mit kritischem Blick in die Noten und einer gehörigen Portion Humor. In Folge 3 geht es um den Menuett-Satz dieser Streicherserenade und welche Herausforderungen er an den heutigen Interpreten stellt.
Reinhard Goebel erklärt Mozarts "Kleine Nachtmusik" Folge 2: Wo böse Geister ihr Unwesen treiben
Wer kennt sie nicht: Mozarts „Kleine Nachtmusik“. Aber kennen wir sie wirklich? In einer neuen Reihe für SWR Kultur Treffpunkt Klassik beleuchtet der Dirigent Reinhard Goebel eines der populärsten Werke der klassischen Musik – und das mit kritischem Blick in die Noten und einer gehörigen Portion Humor. In Folge 2 geht es um die "Romance", den langsamen Satz dieser Streicherserenade, und um ihren geheimnisvollen, unheimlichen Mittelteil.
Musikthema Prunk trifft auf Rap: Der Hip-Hop-Ball in Wien
Seit dem Wiener Kongress ist die Walzerhauptstadt bekannt für ihre legendären Bälle. Über 350 finden jährlich in Wien statt. Doch was passiert, wenn die Frack-Tragende Prunkwelt auf die Energie des Hip-Hops trifft? Am vergangenen Samstag hat das Palais Niederösterreich in Wien genau das bewiesen: Beim Wiener Hip-Hop Ball, unter dem Motto „United in Diversity“, verschmolzen Tradition und urbane Kultur zu einem einmaligen Erlebnis. Andreas Maurer war vor Ort.
Musikgespräch 4 Stunden Üben hinter Gittern: Klavierunterricht an der JVA Wittlich
Seit einigen Monaten gibt Bernd Oster Gefangenen in der JVA Wittlich in Rheinland-Pfalz Klavierunterricht. Angst haben muss man dabei nicht, erzählt er im Musikgespräch. Fünf Gefangene bekommen bei ihm Einzelunterricht und können in ihrer Zelle üben. Sein fleißigster Schüler macht das bis zu vier Stunden pro Tag. Mehr zum Klavierunterricht hinter Gittern erzählt er im Musikgespräch.
Album-Tipp Vom Jodeln und Gackern – Fabian Müller: Streichquartette
Die so genannte „Ernste Musik“ hat sich schon immer von Volksmusik inspirieren lassen – denken wir nur an Beethoven, Schubert, Gustav Mahler oder Béla Bartók. Auch der Schweizer Komponist Fabian Müller, Jahrgang 1964, lässt in seinem zweiten Streichquartett die Instrumente jodeln lässt. Erstaunlich ist aber, wie er das tut. Das Schweizer Galatea-Quartett macht auf seiner neuen CD deutlich, wie fein und klug Müllers Musik klug gearbeitet ist. SWR Kultur-Kritikerin Susanne Benda ist fasziniert von Hühnergegacker, Klängen einer alten Standuhr und von der Virtuosität der Musizierenden.
Musikgespräch Erinnerung an Gerhart Baum: „Musik als Seismograf gesellschaftlicher Entwicklungen“
Gerhart Baum war vom Juni 1978 bis September 1982 Bundesinnenminister in der Regierung von Helmut Schmidt. Nun ist er am 15. Februar im Alter von 92 Jahren verstorben. Eine seiner Vorlieben war die Neue Musik, bei den Donaueschinger Musiktagen war er Stammgast. Der ehemalige SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann erinnert an Gerhart Baum.
Reinhard Goebel erklärt Mozarts "Kleine Nachtmusik" Folge 1: Die Kunst des Populären
Wer kennt sie nicht: Mozarts „Kleine Nachtmusik“! Aber kennen wir sie wirklich? In einer neuen Reihe für SWR Kultur Treffpunkt Klassik beleuchtet der Dirigent Reinhard Goebel eines der populärsten Werke der klassischen Musik – und das mit kritischem Blick in die Noten und einer gehörigen Portion Humor. In Folge 1 geht es um die Entstehungs- und die Rezeptionsgeschichte dieser Streicherserenade und um Mozarts Kunst, das Populäre zu komponieren.
Porträt Adam Bałdych und sein neues Album „Portraits“
Der in 1986 in Westpolen geborene Adam Bałdych beginnt mit elf Jahren das Geigenspiel. Er wird klassisch ausgebildet und erhält viele Preise bei Wettbewerben. Mit dreizehn entdeckt er den Jazz für sich. Seine Inspirationen sind breitgefächert: Er ist zunächst von klassischen Musikern wie Sergei Rachmaninow und Frédéric Chopin fasziniert und holt sich dann wertvolle Anregungen beim US-Jazz-Trompeter Miles Davis und bei der britischen Rockband Radiohead. Bałdych ist ein Virtuose, ausgebildet in Katowice und am Berklee College. Gerade ist das Album „Portraits“ mit der Band „Adam Bałdych Quintet“ erschienen.
Zugaben-Momente in der Klassik Zugabe? Ja bitte!
Zugaben sind das Thema in dieser Woche in SWR Kultur Treffpunkt Klassik. Wir fragen uns, was es mit Zugaben auf sich hat – in all ihrer Vielfalt. Dafür haben wir auch unsere Autor*innen gebeten, von ihren persönlichen Zugaben-Highlights zu erzählen. Eleonore Büning fordert: Zugaben - ja bitte!
Musikgespräch Sergey Khachatryan über die Bedeutung seines Zugaben-Rituals
Der Geiger Sergey Khachatryan hat nach einem Konzert mit dem SWR Symphonieorchester eine ganz besondere Zugabe gespielt: ein Stück aus seiner Heimat Armenien.
Glosse Zugaben wagen in der Neuen Musik
Die musikalische Zugabe schmückt beinahe jedes Klassikkonzert. Nicht aber in Neue Musik-Konzerten, das weiß vor allem Komponist Gordon Kampe.
Konzert mit dem SWR Symphonieorchester Patricia Kopatchinskaja: Musik als Protest gegen Machtmissbrauch und Tyrannei
Patricia Kopatchinskaja ist eine Geigerin mit Plan: Zu ihren Konzerten kommt sie meist mit besonderen Ideen. Wir haben sie bei Proben mit dem SWR Symphonieorchester getroffen.
Musikgespräch Hanns-Werner Heister über die Musikgeschichte der Zugabe
Melodisch, virtuos, still und leise oder doch besonders kontrastierend und nachhaltig prägend: Die musikalische Zugabe kann ganz unterschiedlich sein. Aus wissenschaftlicher Perspektive erzählt Experte Hanns-Werner Heister: Er ist Musikwissenschaftler und beleuchtet das Thema aus musiksoziologischer Perspektive: Wo kommt die Zugabe her? Wie hat sie sich verändert? Und welchen Einfluss hat sie auf die Musikkultur?
Collage Die musikalische Zugabe aus der Sicht der Musiker
Frieda Krukenkamp hat drei befreundete junge Musiker gefragt, was eine Zugabe besonders macht – und ob es Momente gibt, in denen man lieber darauf verzichten würde.
Zugaben-Momente in der Klassik Zugaben in der Klassik: Mehr als nur ein Ritual
Nach Solokonzerten sind Zugaben Tradition. Aber was können Zugaben für einzelne Menschent bedeuten? Hannah Schmidt sieht in ihnen mehr als nur ein Ritual.
Buch-Tipp Michael Haas: Die Musik der Fremde - Komponisten im Exil
In den letzten Jahrzehnten hat es viel Forschung zu Komponistinnen und Komponisten gegeben, die während der NS-Herrschaft aus Deutschland und Europa auswandern mussten oder von den Nazis ermordet wurden. Für den amerikanischen Musikforscher Michael Haas ist es an der Zeit, ein großes Bild dieser von Flucht und Vertreibung geprägten Musikszene der 1930er und -40er Jahre zu zeichnen. In seinem Buch „Musik der Fremde. Komponisten im Exil“ versucht er, diese Phase als ganz eigene Musikepoche zu beschreiben. Die Frage ist, ob es Charakteristika von Exilmusik gibt, die das rechtfertigen. Matthias Nöther hat das Buch gelesen.