Plötzlich ist da diese unsichtbare Wand in der Welt. Die Erzählerin im Erfolgsroman „Die Wand“ von Marlen Haushofer (1920-1970) ist mit ihrer Cousine und deren Ehemann in die Berge erfahren. Als die beiden aus einem Wirtshaus nicht zurückkehren, geht sie sie suchen und stößt dabei gegen eine Wand, die sie nicht überwinden kann und hinter der alle Menschen wie erstarrt wirken. Mit der Zeit lernt die Erzählerin, sich diesseits der Wand selbst zu versorgen, und sie kümmert sich auch zunehmend um die Tiere, die ihr zulaufen. Der Roman erschien 1963 und wurde später mit Martina Gedeck in der Hauptrolle verfilmt (2012).
Die junge Schriftstellerin Deniz Ohde liest „Die Wand“ immer wieder. Auf SWR Kultur empfiehlt sie diese Geschichte, die darüber nachdenkt, „dass wir zwar vergänglich, zugleich aber dazu gezwungen sind, zu lieben und uns zu sorgen“. Und: „Er stellt die Frage, ob wir diesen Weg der Liebe gehen oder nicht.“
Die Autorin Deniz Ohde (*1988) wurde bekannt mit ihren Romanen „Streulicht“ und „Ich stelle mich schlafend“.
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Platz 5 (31 Punkte) Marlen Haushofer: Die gesammelten Romane und Erzählungen
Eine wegweisende Figur weiblichen Schreibens, von der Literaturwissenschaft lange unterschätzt. Nun ist sie da, die Werkausgabe; ein Schuber mit rund 2000 Seiten, in dem die Romane und Erzählungen versammelt sind.
Buchkritik Marlen Haushofer - Leben und Werk. Marlen Haushofer - Die Wand
Isolation und Einsamkeit ziehen sich durch das Werk der österreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer. „Die Wand“ ist ihr bekanntester Roman, vor einigen Jahren verfilmt mit Martina Gedeck. Zum 100. Geburtstag der Autorin gilt es, ihre Bücher wiederzuentdecken.
Rezension von Brigitte Neumann.
Ullstein Verlag
ISBN: 9783548605715
288 Seiten
10 Euro
Literatur Erste Werkausgabe von Marlen Haushofer – Herausgeberin Strigl über die lange verkannte Autorin
Über 50 Jahre nach dem Tod der österreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer erscheint eine komplette sechsbändige Werkausgabe der österreichischen Autorin. Mitherausgeberin Daniela Strigl erklärt das im SWR2 – Interview unter anderem mit einer jahrelangen Verkennung Haushofers durch die Literaturwissenschaft. Heute allerdings werde nicht nur die feministische Sprengkraft ihrer Texte, sondern auch das Ökologische sichtbar: Kritik am Patriarchat war bei Haushofer stets verknüpft mit einer Kritik an Technikglauben und Fortschrittsidee, an Konsumgesellschaft und Militarismus. Strigl weiter: „All das steckt in ihren Werken drin, vor allem im berühmtesten – in der ‚Wand‘“.
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Buchkritik Deniz Ohde – Ich stelle mich schlafend
Von der Unausweichlichkeit der Liebe und ihren Abgründen erzählt Deniz Ohde in ihrem neuen Roman. „Ich stelle mich schlafend“ handelt von einer Anziehungskraft, die etwas Zerstörerisches hat – und am Ende vielleicht auch etwas Erlösendes.
Suhrkamp Verlag, 248 Seiten, 25 Euro
ISBN 978-3-518-43170-2