Team SWR Kultur

Michael Kuhlmann

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Der Autor, Musikredakteur und Buch-Rezensent bespricht Bücher für SWR2 Literatur. Radio genießt er wie gutes Essen: sofern es mit Leidenschaft, versierter Handarbeit und Liebe gemacht wird. Vorbilder wie Ernst Schnabel und Gert Westphal, Helga Kirchner und Bert Noglik hat er im Ohr – sie haben für ihn das Radio zum faszinierendsten Medium überhaupt gemacht.

Der Autor, Musikredakteur und Buch-Rezensent Michael Kuhlmann.

Ins Hören verliebte er sich früh: bei Features, Hörspielen und engagiert gemachten Musiksendungen. Er lernte von besonderen Menschen in der wunderbaren Atmosphäre des alten MDR Kultur in Leipzig. Erlebte wie ein Kind zu Weihnachten die Produktion seines ersten Geschichtsfeatures im früheren Funkhaus von RIAS Berlin. Verlor sich als Praktikant im Deutschen Rundfunkarchiv in Klangwelten von einst. Liebt es, Geschichten anzureichern mit Klängen, Geräuschen, Musik.

Er hat zuvor nach einigen Jahren im gehobenen Justizdienst genießerisch Geschichte und Politik studiert. Heute macht er Geschichtssendungen und Buchrezensionen – wenn er nicht gerade an Jazz- oder Klassiksendungen sitzt. War Musikredakteur bei MDR Kultur und moderierte später Jazznächte im Deutschlandfunk. Angetan hat es ihm Radiogeschichte: Radio im Kalten Krieg ebenso wie die ersten Jugendradios, die in den 70-ern die Gemüter erhitzten – worüber er mit großem Vergnügen eine Doktorarbeit baute.

Akustisches beschäftigt ihn ebenso, wenn er zum Ausgleich semiprofessionell als Kontra- und E-Bassist Jazz oder Gospel spielt. Als Rheinländer fühlt er sich auch im Südwesten zuhause, seit seinem Zivildienst in Karlsruhe. Jüngste Leidenschaft sind Kultur, Land und Leute Frankreichs – wo er mit Vorliebe samt Kontrabass in einem schwäbischen Oldtimer umher reist, um abends bei Wirtsleuten einer Chambre d'hôte Fromage zu kosten.

Buchkritik Erasmus von Rotterdam – Die Klage des Friedens

Der Humanist Erasmus von Rotterdam hat nicht ahnen können, wie sehr die Kriege in Nahost, in der Ukraine, im Sudan und anderswo die Welt in Unruhe versetzen. Und doch schrieb Erasmus 1517 ein Traktat für den Frieden, das zu einem Klassiker des politischen Denkens wurde - zeitlos, aufrüttelnd, unbequem.
Rezension von Michael Kuhlmann

SWR2 lesenswert Kritik Annika Brockschmidt – Die Brandstifter. Wie Extremisten die Republikanische Partei übernahmen

Europa zittert vor einer Wiederwahl des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Aber geht es hier „nur" um eine Personalie oder liegt das Problem nicht tiefer: verwurzelt in den Strukturen und Haltungen der Republikanischen Partei. Das zumindest meint die Autorin Annika Brockschmidt, die eine kenntnisreiche, kritische Geschichte der Republikaner vorlegt.

Rowohlt Verlag, 366 Seiten, 24 Euro
ISBN 978-3-498-00330-2

SWR2 lesenswert Kritik Edoardo De Angelis und Sandro Veronesi – Comandante

Der Film „Comandante" fiel 2023 bei der Kritik durch: zu pathetisch! Mit ihrem zeitgleich entstandenen Roman aber haben Edoardo de Angelis und Sandro Veronesi eine Erzählung vorgelegt, die weniger dick aufträgt: Ihr Roman „Comandante" erinnert daran, dass auf See höhere Gesetze gelten als Phrasen von Pflichterfüllung und Vaterland. Ein Roman, der die Unmenschlichkeit und die Sinnlosigkeit aller Kriege in Erinnerung ruft.

Aus dem Italienischen von Anna und Wolf Heinrich Leube
Zsolnay Verlag, 158 Seiten, 22 Euro
ISBN 978-3-552-07389-0

Kulturelles Erbe Gegen Verfall und Katastrophen – Wie Archive und Bibliotheken ihre Bestände schützen

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs oder der Brand der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek waren Katastrophen. Gefährlicher für kostbare Archive ist aber oft der alltägliche Verfall. Von Birgit Bernard und Michael Kuhlmann (SWR 2023) | Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/bibliotheken-verfall | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@SWR2Wissen

Geschichte Die Olympischen Spiele 1972 – Münchens Sommertragödie

München wollte 27 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein neues Deutschland präsentieren – heiter und offen. Doch die Terroranschläge machten aus dem Sportfest eine Tragödie.

Widerstand im "Dritten Reich" Zivilcourage im Nationalsozialismus

Ein verweigerter Hitler-Gruß, ein übermaltes Propaganda-Plakat – es gab Menschen, die sich im Kleinen den Nazis widersetzten. Was zeichnet ihren Widerstand aus und wie groß war er?

Buchkritik Lutz Kerschowski und Andreas Meinecke (Hg.) - Östlich der Elbe. Songs und Bilder 1970-2013

Die Rockmusik der DDR haben im Westen nur Experten so recht wahrgenommen. Dabei spiegelten die Texte sensibel, wie die Menschen tickten. Auch als sie nach 1990 im vereinten Deutschland lebten. Ein neuer Text-Bild-Band erzählt von einer Szene, die bis heute lebt.
Rezension mit Musik von Michael Kuhlmann.

Christoph-Links-Verlag
ISBN: 9783962890827
352 Seiten
40 Euro

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