Vor einem Jahr begann die größte Protestwelle in der Geschichte der Bundesrepublik. Millionen Menschen gingen auf die Straßen, um gegen Rechtsextremismus und die AFD zu demonstrieren. Auslöser war die Veröffentlichung von Correctiv–Recherchen, die ein Treffen in Potsdam enthüllten, bei dem über Massenausweisungen gesprochen wurde.
„Die Proteste waren ein starkes Signal gegen den Rechtsruck und für Solidarität mit Betroffenen“, sagt der Leipziger Protestforscher Dr. Piotr Kocyba im Gespräch mit SWR Kultur. Allerdings sei von der Bewegung heute wenig übrig, was Kocyba unter anderem auf „das Ausbleiben politischer Konsequenzen und eine wachsende Resignation“ zurückführt.
Die Correctiv-Recherchen zum Geheimtreffen in Potsdam
International Fact-Checking-Day Recherchekollektiv correctiv startet Faktencheck-Plattform zum Mitmachen
Am internationalen Tag des Faktenchecks ruft das Recherchekollektiv correctiv.org Bürgerinnen und Bürger dazu auf, beim „Correctiv.Faktenforum“ mitzumachen, um gemeinsam Desinformation zu entlarven. „Die grundsätzliche Idee ist, dass wir eine Plattform aufbauen, wo sich jede und jeder, der Interesse hat, sich an dem Thema zu beteiligen, anmelden kann“, sagt Caroline Lindekamp vom Recherchekollektiv.
Diskussion Die geächtete Partei – Wohin führt der Protest gegen die AfD?
Für viele ist es ein längst überfälliges Zeichen: Bundesweit gehen seit Tagen Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße. Sie warnen vor der AfD, deren Plänen zur „Remigration“ – manche fordern sogar ihr Verbot. Auch Verbände, Kirchen und Unternehmen reihen sich ein in die breite Front gegen rechts. Hysterie oder notwendiger Widerstand? Bundespräsident Steinmeier sieht in den Kundgebungen einen „Weckruf an die demokratische Mitte“, fordert mehr Zusammenarbeit von Regierung und Opposition. Aber lässt sich der Siegeszug der AfD noch stoppen? Michael Risel diskutiert mit Albrecht von Lucke – Redakteur „Blätter für deutsche und internationale Politik“; PD. Dr. Stefan Luft –
Politikwissenschaftler, Universität Bremen; Prof. Dr. Wolfgang Merkel – Demokratieforscher, Berlin