Narrenbaumsetzen und Karbatschenschlagen machen hungrig. Aber Zeit für eine gemütliche Mahlzeit haben die Narren bei der Straßenfastnacht meist nicht. Mit der traditionellen Fastnachtsspeise "Saure Kutteln" geht das nicht so schnell. Ein Gastronom aus Markdorf im Bodenseekreis hat jetzt die womöglich ideale Kombination erfunden: den sogenannten Kuttle-Döner.
An Fastnacht werden in Markdorf Kutteln gegessen
Daniel Wrona ist Küchenchef und Wirt des Schwanenstübles am zentralen Marktplatz in Markdorf. Dort ist am Samstag auch der Markdorfer Narrenbaum gesetzt worden. Zum Einläuten der Hauptfastnacht präsentierte der kreative Wirt zum ersten Mal seine neue Kreation, den Kuttle-Döner.
In der Fasnet gehören Kutteln einfach dazu.
Kutteln gelten in verschiedenen Zubereitungsarten als typisch schwäbisches Gericht. Sie werden aus dem in Streifen geschnittenen Pansen - das ist der Vormagen von Rindern - zubereitet. In früheren Zeiten galten Kutteln - oder wie man in Markdorf sagt, Kuttle - als Arme-Leute-Mahlzeit. Traditionell werden sie aber auch an der schwäbisch-alemannischen Fastnacht gegessen.

Der Markdorfer Restaurantleiter Daniel Wrona weiß, dass Kutteln nicht jedermanns Sache sind. Die jungen Leute würden oft das Innereien-Gericht gar nicht mehr kennen. "Wir versuchen mit dieser neuen Variante, dem Kuttle-Döner, das Ganze der Jugend ein bisschen näher zu bringen und dem Streetfood etwas entgegenzukommen."
Kutteln im Fladenbrot mit einem Hauch Vanille gewürzt
Von den Kutteln, die erst geröstet werden, bis zur Soße mit einem Hauch von Vanille hat Wrona das Rezept komplett selbst entwickelt. Auch das Fladenbrot backt der erfinderische Wirt selbst. Hinein kommen zu den Kutteln frisch geschnittene Endivie, marinierte Tomaten und rote Zwiebeln.
Schmeckt er oder schmeckt er nicht? Die Markdorfer Fastnacht bringt das Ergebnis
Die Sorge, der Kuttle-Döner könnte vielleicht nicht ankommen, war unnötig. Auch wenn manche meinen, die Kutteln seien noch etwas gewöhnungsbedürftig, sind sich die meisten Narren, die sich an die Neuheit gewagt haben, vom Geschmack und der Gesamtkomposition begeistert.
Das ist mega. Ich finde es eine tolle Idee. Es ist super, es schmeckt lecker. Kann es nur empfehlen.
Und wie geht es nun weiter mit dem Kuttle-Döner? "Da müssen wir uns jetzt natürlich herantasten", erklärt Daniel Wrona. "Ein neues Gericht, ein neues Essen - wir müssen ausprobieren. Und wir hören darauf, was die Leute sagen." Der Gastronom will weiter experimentieren, bis es allen schmeckt.