- Wie haben die regionalen Wahlkreise abgeschnitten?
- Wer sitzt für die Region Trier künftig im Bundestag?
- Wie reagieren die Politiker auf das Wahlergebnis?
- Welche Rolle spielen die regionalen Politiker künftig in Berlin?
Deutschland hat gewählt Bundestagswahl: CDU gewinnt, auch in Rheinland-Pfalz - AfD auf Platz zwei
Nach dem vorläufigen Ergebnis hat die Union die Bundestagswahl gewonnen. Die AfD ist zweitstärkste Kraft. FDP und BSW sind gescheitert. Auch in RLP heißen die Sieger CDU und AfD.
Wie haben die regionalen Wahlkreise abgeschnitten?
In allen vier Wahlkreisen in der Region Trier liegt die CDU vorn. Das beste Ergebnis erzielten die Christdemokraten im Wahlkreis Bitburg. Dort liegen sie bei den Zweitstimmen bei 36,6 Prozent. Im Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück konnte die CDU 34,9 Prozent erreichen, im Wahlkreis Trier 30,7 und im Wahlkreis Kreuznach, zu dem auch der Landkreis Birkenfeld gehört, 30,3 Prozent.
Die AfD hat vor allem in Klein- und Mittelstädten starke Ergebnisse erzielt. Auch in einigen Trierer Stadtteilen war die Partei erfolgreich, wie etwa in Trier-West, Mariahof oder Trier-Ehrang. Die größten Hochburgen der AfD lagen bei dieser Wahl im Hunsrück.
In Idar-Oberstein sowie in den Verbandsgemeinden Birkenfeld und Kirchberg hat mehr als jeder vierte Wähler für die Partei gestimmt. Besonders erfolgreich war die AfD in größeren Orten wie Hermeskeil und Rhaunen im Hunsrück oder Gerolstein und Speicher in der Eifel - hierbei wurden allerdings die Stimmen aus der Briefwahl nicht berücksichtigt.
Eine der Hochburgen im Land Warum die AfD gerade im Hunsrück so stark ist
Fast jeder dritte Wähler im Hunsrück hat die AfD gewählt. In manchen Gemeinden wurde die Partei die stärkste Kraft. Woran liegt das? Wir haben uns vor Ort umgehört.
Wer sitzt für die Region Trier künftig im Bundestag?
Nach dem neuen Wahlrecht haben es Vertreter aus SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und von der AfD geschafft, in den Bundestag einzuziehen:
- Verena Hubertz (SPD, Wahlkreis Trier) zieht über die Landesliste ein.
- Patrick Schnieder (CDU, Wahlkreis Bitburg) zieht über ein Direktmandat ein.
- Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen, Wahlkreis Trier) zieht über die Landesliste ein.
- Jörg Zirwes (AfD, Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück) zieht über die Landesliste ein.
- Nicole Höchst (AfD, Wahlkreis Kreuznach) zieht über die Landesliste ein.
- Marlon Bröhr (CDU, Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück) zieht über ein Direktmandat ein.
- Julia Klöckner (CDU, Wahlkreis Kreuznach) zieht über ein Direktmandat ein.

Kopf-an-Kopf-Rennen im Wahlkreis Trier
Vor allem im Wahlkreis Trier gab es bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Erststimmen. Verena Hubertz von der SPD lag am Ende nur 0,5 Prozentpunkte hinter ihrem CDU-Herausforderer Dominik Sienkiewicz. Bitter für Sienkiewicz: Er zieht trotz des gewonnenen Wahlkreises nicht in den Bundestag ein.
Grund dafür ist die neue Wahlreform, die den Bundestag auf 630 Mitglieder verkleinert. Gewählte Direktkandidaten ziehen nur dann in den Bundestag ein, wenn der Anteil der Erststimmen einer Partei durch den Anteil der Zweitstimmen auf Landesebene gedeckt ist. Überhangmandate entfallen. Das bedeutet, dass Sienkiewicz kein Mandat erhält - trotz seines Sieges im Wahlkreis.
Wie reagieren die Politiker auf das Wahlergebnis?
Der CDU-Direktkandidat im Wahlkreis Trier, Dominik Sienkiewicz, ist stolz auf das Wahlergebnis seiner Partei - obwohl er wegen der Wahlrechtsreform nicht in den Bundestag einzieht. Sienkiewicz teilte dem SWR schriftlich mit, die Begrenzung des Bundestages auf maximal 630 Abgeordnete sei richtig. Doch dass ein direkt gewählter Wahlkreiskandidat dennoch nicht in den Bundestag einziehe, sei für viele Menschen nur schwer nachvollziehbar. Sienkiewicz hatte im Wahlkreis Trier fast 48.000 Stimmen geholt und damit die meisten Erststimmen erhalten.
Dass es dann am Ende an ein paar hundert Stimmen gelegen hat, ist natürlich ein bisschen schade.
Verena Hubertz von der SPD zieht im Wahlkreis Trier über die Liste in den Bundestag ein. Hubertz sprach im SWR von einer bitteren Wahlniederlage für die Sozialdemokratie und das Rennen um das Direktmandat sei knapp und eng gewesen. "Dass es dann am Ende an ein paar hundert Stimmen gelegen hat, ist natürlich ein bisschen schade", so Hubertz. Aber sie sei sehr dankbar für den starken Rückhalt in der Bevölkerung. Sie habe das stärkste Erststimmenergebnis in ganz Rheinland-Pfalz geholt. "Wir haben 30 Prozent geschafft, bei einem absolut gegenläufigen Bundestrend."

Grüne und SPD besorgt über Abschneiden der AfD
Besorgt zeigte sich Verena Hubertz über die Wahlergebnisse der AfD im Wahlkreis Trier. "Gerade in Orten wie Hinzert, wo wir eine Gedenkstätte für ein ehemaliges Konzentrationslager haben. Das ist für mich Auftrag, künftig genau hinzuhören", so die SPD-Politikerin.
Ähnlich äußerte sich auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer aus dem Wahlkreis Trier. Rüffer sagte dem SWR, es sei Aufgabe aller demokratischen Parteien, mit den Menschen zu sprechen und ihre Sorgen ernst zu nehmen. "Ich halte überhaupt nichts davon, Wählerschelte zu betreiben und die Leute zu verurteilen, die ihre Stimme so abgegeben haben. Dahinter liegen häufig real existierende Probleme", so Rüffer.
Rüffer äußerte sich auch kritisch zum Wahlkampf ihrer Partei. Die Kernthemen der Grünen wie Umwelt oder soziale Gerechtigkeit seien im Wahlkampf vom Thema innere Sicherheit überlagert worden.
Der CDU-Direktkandidat aus dem Wahlkreis Bitburg, Patrick Schnieder, ist zufrieden mit dem Ergebnis seiner Partei bei der Bundestagswahl. Er habe sich allerdings noch mehr gewünscht, sagte er dem SWR. Schnieder fordert schnelle Koalitionsverhandlungen. Es gehe darum, die Wirtschaft in Deutschland wieder flott zu machen und die Migrationskrise endlich zu lösen.
Welche Rolle spielen die regionalen Politiker künftig in Berlin?
Dem CDU-Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Bitburg, Patrick Schnieder, werden "höhere" Ambitionen in Berlin nachgesagt. Schnieder ist Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Bei Debatten im Bundestag saß er in den vergangenen Wochen direkt neben dem CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz in der ersten Reihe. Welche Rolle er in einer neuen Regierung spielen wird, dazu gibt er sich bedeckt.
"Das schauen wir, wenn jetzt die Verhandlungen laufen. Das werden wir ganz am Ende vielleicht sehen, was da möglich ist. Schauen wir mal", sagte der im SWR.

SPD-Abgeordnete Hubertz unterstützt Generationswechsel
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Verena Hubertz aus dem Wahlkreis Trier begrüßt den angekündigten Generationswechsel in der SPD. Hubertz sagte dem SWR, sie könne sich auch vorstellen, dabei eine wichtige Rolle zu übernehmen. "Ich möchte mich mit Tatkraft in diesen Prozess einbringen", so Hubertz. Die 37-Jährige war in der vergangenen Legislaturperiode stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende.
Die Grünen-Abgeordnete Corinna Rüffer aus dem Wahlkreis Trier möchte weiterhin in der Sozialpolitik tätig sein. Sie werde sich auch in Zukunft für die Belange von Menschen mit Behinderungen einsetzen, sagte sie im SWR. "Das ist kein Randthema. Zehn Prozent der Menschen sind von Behinderungen betroffen." Rüffer war bislang Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Bundestages und im Petitionsausschuss.
Der neu in den Bundestag gewählte AfD-Politiker Jörg Zirwes aus der Verbandsgemeinde Zell sagte dem SWR, als ehemaliger Berufssoldat wolle er sich künftig der inneren und äußeren Sicherheit widmen. Er möchte gerne im Verteidigungsausschuss oder im Ausschuss für Inneres und Heimat mitarbeiten.