Veränderungen bei Rabattkarten und Bonusprogrammen
Bei Rewe gibt es kein Payback mehr, dafür eine eigene App und Edeka wechselt von der DeutschlandCard zu Payback. Rabattkarten und Bonusprogramme sollen dem Kunden an der Kasse bares Geld sparen, versprechen die Anbieter.
Verbraucherschützer weisen aber seit Jahren darauf hin, dass die Konzerne die Daten der Karten natürlich dazu nutzen, um Angebot und Werbung an uns anzupassen, den Kunden also gläserner machen. Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Jörg Funder von der Hochschule Worms sieht den Vorteil für den Kunden trotzdem überwiegen.
Rabattkarten und Apps sammeln Daten
SWR1: Was machen die Supermärkte mit meinen Daten? Wofür werden die verwendet?
Jörg Funder: Die Supermärkte nutzen die Kundendaten, die sie über ihre Apps oder Bonusprogramme im Allgemeinen sammeln, dafür, einerseits die Bedarfsmuster der Kunden besser vorhersagen zu können und damit letztendlich auch die Bestände in den Filialen zu optimieren. Und letztendlich auch dafür, maßgeschneiderte Coupons und Werbeaktivitäten auszuspielen.
Vorteile der Apps und Bonusprogramme
SWR1: Verbraucherschützer sagen, mit den Rabattkarten ist die Ersparnis nicht so groß. Die gleichen Produkte gibt es zu günstigeren Preisen eventuell auch in anderen Märkten. Wie groß sind die Vorteile für mich als Kunde wirklich?
Funder: Das hängt jeweils von dem einzelnen Programm ab. Tatsächlich waren die Sparmöglichkeiten bei Payback beispielsweise relativ gering. Bei der Rewe App ist es jetzt gestaffelt, sodass es eben einen gewissen Prozentsatz ab einem Mindestumsatz gibt. […]
Je nachdem wie viel man einkauft, sind das im Lebensmitteleinzelhandel schon Prozentpunkte, die sich auch entsprechend niederschlagen können. Man muss berücksichtigen, dass im Lebensmitteleinzelhandel die Umsatzrendite durchschnittlich bei lediglich einem Prozent liegt.
Fragwürdiges Sparen mit Sonderangeboten
Kundenvorteil durch Rabattkarten, Bonusprogramme und Apps
SWR1: Wer hat also unterm Strich mehr davon, der Supermarkt oder ich als Kunde?
Funder: Ich würde mich fast auf die Kundenseite schlagen. Dahin gehend, dass der Supermarkt […] auch Optimierungen vornimmt, die mir als Kunden zugutekommen. Sei das eine bessere Warenverfügbarkeit oder letztendlich monetäre Vorzüge, die ich tatsächlich an der Kasse spüre.