
Er sah sie im Bus und wollte sie nie mehr gehen lassen, damals 1988. So begann die Liebesgeschichte von Luc und Uschi Chupin. Bei einem Schüleraustausch trafen sie sich zum ersten Mal in der Partnerstadt von Zwiefalten (Kreis Reutlingen) La Tessoualle in Frankreich. Heute, 37 Jahre später, hat das Paar drei Kinder und führt eine glückliche deutsch-französische Beziehung. Doch der Anfang war schwer.
Ich liebe meine Frau so wie am ersten Tag. Sie ist die beste Frau der Welt.
Eine Liebe, die beim Schüleraustausch begann
Bei Uschi und Luc spürt man sofort: Ihre Liebe ist wahrhaftig. Wenn sie erzählen, stehen sie nah beieinander, er hält sie gerne im Arm. Beide lächeln ständig. Eine Liebe auf den ersten Blick, die keine Distanzen kennt, obwohl sie sehr verschieden sind. Luc, der Franzose, ist der Romantiker, der immer auf Wolke sieben schwebt. Uschi, die Deutsche, ist bodenständig. Klischee erfüllt. "Sie holt mich auf den Boden runter, ich bringe sie ein bisschen in den Himmel", erzählt Luc Chupin lächelnd.

Partnerstädte verbinden Menschen und Herzen
La Tessoualle in Frankreich liegt nahe der Atlantikküste südlich von Nantes. Mit der Stadt Zwiefalten gibt es seit 1973 eine Partnerschaft. In Uschis Heimatort ist der Jugendaustausch nach Frankreich Tradition, und die Partnerschaftsvereine organisieren abwechselnd Treffen. Die Menschen sollen sich kennenlernen, ihre unterschiedlichen Mentalitäten verstehen und so zum Frieden beitragen. Bei Luc und Uschi ist das mehr als geglückt.
Ein magischer Moment dieser Liebesgeschichte - das erste Treffen
Beide sind noch blutjung, als sie sich das erste Mal begegnen. Damals, als alles begann, half Luc Uschi aus dem Bus. Uschi, wie sie selbst sagt, ist etwas kleiner geraten und hatte Angst zu fallen. Luc reichte ihr die Hand. "Wir haben dann einfach beide geschwind nicht losgelassen. Als wenn es so sein müsste. Ein gutes Gefühl." Luc gefällt Uschi auf Anhieb.

Ein mutiger Schritt: Luc zieht in die Partnerstadt Zwiefalten
Doch als sie nach dem Schüleraustausch wieder abreist ins 1.000 Kilometer entfernte Zwiefalten, hält Luc es nur noch wenige Monate alleine in Frankreich aus. Er beschließt, zu ihr zu ziehen und steht plötzlich vor ihrer Tür. Uschi freut sich, ist aber anfangs etwas überfordert, da sie nur Schulfranzösisch spricht und er kein Deutsch. Eine Dolmetscherin half beim Übersetzen und wurde später sogar zur Trauzeugin.
Außer 'ich bin Schreiner aus La Tessoualle' konnte Luc eigentlich nichts auf deutsch sagen.

Zwischen zwei Welten: Heimatliebe und Familienglück
In La Tessoualle kennen ihn noch heute alle, genauso wie in Zwiefalten. Durch seinen französischen Charme ist er im Zweitausendseelendorf ein kleiner Promi geworden. Trotzdem vermisst er seine französische Heimat sehr. Vor allem seine Eltern in La Tessoualle trauern dem "verlorenen Sohn" hinterher.
Meine Eltern haben gedacht, ich lebe jetzt am Ende der Welt.
Doch als sie merken, dass Luc trotzdem zwei- bis dreimal im Jahr nach Frankreich fährt, akzeptieren sie seine Entscheidung. Auch heute noch reisen Uschi und Luc regelmäßig mit ihren Kindern in die Partnerstadt, seine Heimatstadt. Sowohl hier als auch dort, sind sie schon längst zum Vorzeige-Paar der deutsch-französischen Freundschaft geworden.