Neckarsulm prüft Potenzial von Erdwärme

Energie statt Badespaß: Geothermie-Probebohrungen auf ehemaligem AQUAtoll-Gelände

Stand

Von Autor/in Luca Bauer

Das AQUAtoll-Gelände könnte nicht nur ein Bürgerpark werden, sondern auch Energie liefern: Untersucht wird eine Geothermie-Nutzung. Solche Bohrungen sind aber nicht ohne Risiko.

Seit Mai 2022 ist das Spaßbad AQUAtoll in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) geschlossen. Nach vielen Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern hatte die Stadt wenige Monate danach beschlossen, nach dem Abriss dort einen Bürgerpark zu bauen. Der ist momentan noch zurückgestellt, falls vielleicht doch eher ein Freibad gebaut werden soll.

Nun gibt es noch eine weitere Idee für die Nutzung: Wo einst viel Wärme für Sauna und Schwimmbad verbraucht wurde, soll das Areal nun stattdessen sogar Wärme liefern. Die Stadt prüft am 2. und 3. April, ob das Gelände für eine Geothermie-Nutzung infrage kommt.

Bürgerpark und Energie gleichzeitig möglich

Aktuell gleicht das Freizeitbad eher einem "Lost Place", also einem verlassenen Ort. Das ändert sich allerdings demnächst. In den kommenden Monaten wird eine Interims-Kita auf dem AQUAtoll-Gelände errichtet. Sie dient für die Kinder der Kita Pichterich während der dortigen Rück- und Neubauarbeiten als Ausweichquartier. Im Dezember hatte der Gemeinderat zudem beschlossen, dass die AQUAtoll-Fläche vorerst doch nicht mit einem Bürgerpark überbaut wird, da sich die Stadt die Option auf ein Freibad offenhalten will.

Wenn der Bürgerpark aber kommt, würde auch gleichzeitig eine Nutzung von Geothermie auf dem Gelände möglich sein. Die Erdwärme könnte unterirdisch gewonnen werden, die oberirdischen Flächen für Freizeit und Erholung genutzt werden, heißt es in einer Mitteilung.

Bei den Probebohrungen soll 90 Meter tief gebohrt werden. Allerdings ohne, dass Anwohnerinnen und Anwohner davon was mitbekommen. Keine Beeinträchtigungen, keine Straßensperrungen - so die Stadt Neckarsulm. Ziel der Untersuchungen ist es laut der Stadt, die geologischen Bedingungen vor Ort zu analysieren und herauszufinden, ob und in welchem Umfang Erdwärme als nachhaltige Energiequelle genutzt werden kann.

Geothermie-Bohrungen sind nicht immer ungefährlich

Manche Schlagzeilen bremsten zuletzt die Entwicklung. In der Vergangenheit gab es nach Geothermie-Bohrungen bereits Erdbeben oder es kam wie zum Beispiel 2007 in Staufen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald)) zu Rissen in Häusern. Seit der Bohrung in 140 Meter Tiefe bewegt sich die Erde unter der Stadt. Erst im vergangen Jahr lösten sich Gesteinsbrocken aus der historischen Wendeltreppe des Rathauses und stürzten auf die Stufen. 2007 hatten sich bei einer oberflächen Geothermiebohrung Wasser mit einer Mineralschicht im Boden vermischt. Es entstand Gips, der sich bis heute ausdehnt.

Dass sich bei geothermischen Bohrungen Wasser mit einer Mineralschicht vermischt, könne beim Durchbohren nicht immer vermieden werden, sagt Frank Schilling, Professor für Technische Petrophysik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Je tiefer man bohrt, desto weniger sei es aber ein Problem, so Frank Schilling. Denn in der Tiefe sei der Druck der darüber liegenden Erdschichten höher. Außerdem gelten inzwischen sehr viel höhere Sicherheitsanforderungen als 2007.

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