Laufbänder für das Training zu Hause: Gefahr oder sinnvoller Trend?
SWR1: Zu Hause joggen, spricht aus Ihrer Sicht etwas dagegen?
Ingo Froböse: Nein, natürlich erstmal nicht. Wir wissen grundsätzlich, dass die Menschen sich sowieso viel zu wenig bewegen. Wenn sie das damit zu Hause mit einem Sportgerät machen, freut mich das erst einmal.
SWR1: Das klingt aber nicht so ganz überzeugt.
Froböse: Da haben Sie schon recht. Ich kenne die Gerätschaften natürlich auch. In der Regel sind die bei weitem nicht ausreichend. Auch nicht von der Qualität, von der Dynamik her und auch von der Sicherheit, so wie ich mir das wünschen würde.
SWR1: Also sind die Heimgeräte mit einem Laufband im Fitnessstudio nicht vergleichbar?
Froböse: Nein, überhaupt nicht. Da ist die Steuerung sehr viel differenzierter. Es ist vor allen Dingen auch eine leichte Federung eingebaut. Auch die Breite des Laufbandes im Fitnessstudio ist deutlich besser, sodass die Sicherheit gegeben ist und ich nicht daneben treten kann.
Meistens sind die Laufbänder für zu Hause zu kurz. Wenn ich große Schritte mache, passt das häufig gar nicht. Das heißt, ich muss mich von meinem Laufstil sehr stark anpassen an das, was mir das Gerät vorgibt. Und das ist eben nicht gut.
SWR1: Den Laufstil anpassen würde vielleicht auch Haltungsschäden bedeuten oder sonstige orthopädische Probleme?
Froböse: Ja, natürlich. Wir wissen ja alle, dass, wenn wir unseren normalen Lauf- oder Gehstil verändern, das Stütz- und Bewegungssystem daran nicht angepasst ist. Insofern kann es auf jeden Fall schneller und leichter zu Überlastungsreaktionen kommen, zum Beispiel an der Achillessehne. Aber auch letztendlich an Knie und Hüfte.
Runter von der Couch Trainingstipps für die kalte Jahreszeit
Ungünstige Trainingsbedingungen: Draußen ist es ungemütlich kalt, nass und dunkel. Kein Grund, um auf der Couch liegen zu bleiben, meint der SWR1 Fitmacher Boris Burgmer.
SWR1: Was wird mit den Walking Pads vorrangig gefördert?
Froböse: Letztendlich ist es ein Herz-Kreislauf-Training. Herz-Kreislauf-Training heißt Ausdauertraining. Das bedeutet, dass man, wenn man dieses Gerät wirklich nutzen möchte, so 30 bis 45 Minuten zügig gehen, laufen oder walken sollte, sodass die Atem- und Herzfrequenz erhöht ist.
Kleiner Tipp: Vier Schritte einatmen, vier Schritte ausatmen. Damit ist man immer im richtigen Modus – nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam.
SWR1: Ist der Herz-Kreislauf-Effekt einigermaßen vergleichbar mit dem, was man erreicht, wenn man draußen trainiert?
Froböse: Das ist auf jeden Fall vergleichbar. Das Einzige, was fehlt, ist Wind und Wetter und Licht und Luft. Natürlich ist es viel schöner draußen. Ansonsten weiß die Körperzelle ja nicht, ob ich den Sport gerade draußen oder drinnen mache. Der Körperzelle ist das letztendlich fast egal.