Die wichtigsten Antworten rund um Rente und Altersvorsorge

Stand

Von Autor/in Sebastian Frisch, Katharina Fortenbacher-Jahn

Wenn es um unsere Rente und die Vorsorge fürs Alter geht, fallen vielen von uns sofort Fragen ein. Wir haben hier wichtige Fragen & Antworten zusammengefasst.

Wann kann ich in Rente gehen?

Wann ich regulär in Rente gehen kann, steht in der sogenannten Renteninformation. Das ist ein Übersichtsblatt, das mir die Deutsche Rentenversicherung einmal im Jahr zuschickt. Darin steht auch, wie viel ich bekäme, wenn ich gar nicht mehr arbeiten könnte (Erwerbsminderungsrente) oder wann ich meine Regelaltersgrenze erreicht habe.

Wer früher in Rente gehen will, dem bringt die Renteninformation nicht viel. Wie das aussehen könnte und was man dann bekäme, steht in einer ausführlichen Rentenauskunft. Die kann man sich kostenlos zuschicken lassen – oder man geht zur Rentenversicherung und lässt sich beraten. Seit dem Sommer 2023 gibt es diese Übersicht auch digital.

Im neuen Jahr 2025 steigt die reguläre Altersgrenze für die Regelaltersrente schrittweise weiter. Für den Jahrgang 1960 liegt sie bei 66 Jahren und 4 Monaten. Für spätere Jahrgänge wird die Altersgrenze in 2-Monats-Schritten weiter angehoben.

Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt einheitlich das 67. Lebensjahr als Altersgrenze.

Online Rente checken Digitale Rentenübersicht abrufen - so gehts

Die neue, digitale Rentenübersicht gibt einen Überblick über die eigene Altersvorsorge. Gesetzliche, betriebliche und private Rentenversicherer stellen die erwarteten Zahlungen dar.

Freiwillig in die Rente einzahlen: Lohnt sich das?

Es gibt mehrere Vorteile:

  • Man erwirbt einen lebenslangen Rentenanspruch ab 60 Monaten Beitragszeit. Die reguläre Altersgrenze liegt je nach Geburtsjahrgang bei bis zu 67 Jahren (ab Jahrgang 1964).
  • Nach 35 Versicherungsjahren besteht die Möglichkeit, bereits ab 63 mit Abschlag vorzeitig in Rente zu gehen (z.B. 13,2 Prozent für Jahrgang ab 1962).
  • Nach 45 Arbeitsjahren sogar zwei Jahre vor der Regelaltersrente abschlagsfrei (z.B. mit 65 Jahren bei Jahrgängen ab 1964).
  • Durch höhere Beiträge steigt der spätere Rentenanspruch. Die Höhe der Rentensteigerung richtet sich nach dem gezahlten Beitrag: Je mehr und je höher die Beiträge, desto höher die Rentensteigerung. In anderen Worten: freiwillige Beiträge können also weiterhin genutzt werden, um Rentenlücken zu schließen oder die Altersrente zu erhöhen, auch für Menschen im Ausland.
  • Unter bestimmten Bedingungen gibt es einen Schutz für den Fall, dass eine Erwerbsminderung eintritt (bis zum 31.12.1983 60 Monate mit Beiträgen und ab dem 1.1.1984 ein lückenloses Konto).
  • Ob man Steuervorteile hat, kann ein Steuerberater berechnen. Die Einzahlungen sind jedoch als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar.
  • Der monatliche Mindestbeitrag zur freiwilligen Versicherung wurde ab 1. Januar 2025 erhöht von 100,07 Euro auf 103,42 Euro, der Höchstbeitrag ist von 1.404,30 Euro auf 1.497,30 Euro gestiegen.

Mehr Geld im Alter Für wen lohnen sich freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rente

Für viele Arbeitnehmer kann es sinnvoll sein, extra was in die Rente einzuzahlen. Vor allem, wenn man früher in den Ruhestand gehen möchte.

Kann ich Rentenabschläge ausgleichen?

Mit freiwilligen Beiträgen können Versicherte auch Rentenabschläge ausgleichen, wenn sie vorzeitig in Rente gehen wollen. Ab dem 50. Lebensjahr können Arbeitnehmer nachzahlen und dafür zunächst bei der Rentenversicherung auch eine gesonderte Auskunft darüber anfordern, wie hoch die Zusatzbeiträge sein müssen. Pro Jahr vorzeitigen Rentenbeginns drohen Abschläge von 3,6 Prozent, also 0,3 Prozent je Monat.

Rentenabschläge steigen, da das reguläre Rentenalter weiter angehoben wird. Beispiel: Jahrgang 1962 hat bei frühestmöglicher Rente mit 63 Jahren einen Abschlag von 13,2 Prozent (statt bisher 12,9 Prozent).

Wer nach Zahlung der Beiträge beschließt, doch nicht vorzeitig in Rente zu gehen, erhält für die Zusatzbeiträge eine entsprechend höhere Rente. Eine Erstattung der Zusatzbeiträge ist aber nicht möglich.

Was darf ich als Rentner dazuverdienen?

Die Hinzuverdienstgrenzen wurden zum 1. Januar 2023 für Altersrenten aufgehoben und bei Erwerbsminderungsrenten angepasst. Die Deutsche Rentenversicherung hat hierzu einen FAQ-Katalog erstellt. Antworten gibt's hier.

Im Januar 2025 sind die Hinzuverdienstgrenzen bei Erwerbsminderungsrenten gestiegen. Bei teilweiser Erwerbsminderung liegt die Grenze nun bei 39.322 Euro jährlich (zuvor 37.117,50 Euro). Die volle Erwerbsminderungsrente ist von 18.558,75 Euro auf 19.661 Euro jährlich gestiegen.

Die Minijob-Grenze steigt in diesem Jahr auf 556 Euro monatlich (zuvor 538 Euro), da sich der Mindestlohn ab 2025 von 12,41 Euro auf 12,82 Euro erhöht hat.

Muss ich von der Rente Steuern zahlen?

Auch für Renten werden Steuern fällig. Allerdings müssen Renten zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht zu 100 Prozent versteuert werden. 2025 steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente für Neurentner von 83 auf 83,5 Prozent und steigt jedes Jahr um einen weiteren halben Prozentpunkt. Wer ab dem Jahr 2058 oder später in Rente geht, muss die Rente grundsätzlich voll versteuern. Das bedeutet allerdings nicht, dass man auch tatsächlich Steuern zahlen muss. Es gibt einen "Rentenfreibetrag", den das Finanzamt für alle, die bis 2057 erstmals Rente bekommen, berechnet.

Das heißt: Auch als Rentner:in muss ich weiter eine Steuererklärung machen, wenn ich mit meinen gesamten Einnahmen über dem Grundsteuerfreibetrag liege. Wenn die Rente steigt, kann das auch heißen, dass man nach einer solchen Erhöhung plötzlich steuerpflichtig wird.

Übrigens: Auch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung muss man als gesetzlich krankenversicherter Rentner weiterzahlen, die Beiträge zur Pflegeversicherung trägt man sogar alleine.

Lohnt sich die Riester-Rente?

Rentenlücke: So sollten wir uns absichern | Birgit Happel | SWR1 Leute

Grundrente und Altersteilzeit

Freiburg

Prof. Bernd Raffelhüschen | 5.7.2023 Ende mit der Rente: Steht der Generationenvertrag vor dem Aus?

Wie lange funktioniert unser Generationenvertrag noch? Und wie sicher ist unsere Rente? Darüber spricht Ökonom und Rentenexperte Prof. Bernd Raffelhüschen.

Erwerbsminderungsrente

Witwenrente

ETFs als Altersvorsorge

Muss ich meine Rente beantragen?

Warum ist eine Kontenklärung wichtig?

Was tun bei einer Lücke auf dem Rentenkonto?

Was bedeutet der Begriff "Entgeltpunkte"?

Mehr Infos bei der Deutschen Rentenversicherung

Rentenlexikon: Alle Begriffe erklärt

Die Rente ist ein Dschungel der Bürokratie. Es gibt unzählige Fachbegriffe. Wir helfen Ihnen und erklären die wichtigsten Begriffe, die Sie zum Thema Rente wissen sollten.

Heidelberg

Generationenberaterin Susanne Becker Juristin rät: Jetzt um Testament, Vollmacht und Patientenverfügung kümmern

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Organspende, Testament, digitaler Nachlass: wir sollten auf den Tod vorbereitet sein, rät Generationenberaterin Susanne Becker in SWR1 Leute.

Freiburg

Steuerexperte Fabian Walter Steuern sparen: so holen wir uns Geld vom Finanzamt zurück

Schlechte Laune, weil die Steuererklärung ansteht? Fabian Walter aus Freiburg zeigt, wie man möglichst viel vom Finanzamt zurück bekommt. Als "Steuerfabi" gibt er top Steuertipps.

Berlin

Wirtschaftsjournalist Hermann-Josef Tenhagen Geld anlegen und sparen: So checkt Finanztip Banken, Angebote und Zinsen

Finanztip checkt Zinsen, Angebote von Banken und gibt Tipps rund um die Geldanlage. Hermann-Josef Tenhagen arbeitet bei dem Portal als Chefredakteur und ist Gast in SWR1 Leute.