Renommierter Forschungsförderpreis

Drei Forschende aus Baden-Württemberg erhalten Leibniz-Preis 2025

Stand

Von Autor/in Frank Wittig

Zehn Spitzenforscherinnen und -forscher erhalten auch in diesem Jahr den renommierten Leibniz-Preis. Drei der Preisträger forschen in Baden-Württemberg. Wir stellen sie vor.

Inoffiziell wird der Leibniz-Preis als der "deutsche Nobelpreis" gehandelt. Der Leibniz-Preis zeichnet jährlich exzellente Forschung aus. Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergibt jährlich bis zu zehn Preise mit einer Summe von jeweils 2,5 Millionen Euro. Drei der renommiertesten Forschungsförderpreise in Deutschland gehen 2025 nach Baden-Württemberg. Verliehen wird der Preis

Mehr Licht für schnellere Computer: Leibniz-Preis 2025 für Heidelberger Physiker Wolfram Pernice

Zu den Ausgezeichneten gehört der Physiker Wolfram Pernice von der Uni Heidelberg. Er entwickelt photonische Rechner, also Computer, bei denen Licht anstelle von Elektronen zum Einsatz kommt. Außerdem arbeitet er an neuromorphen Strukturen für die Rechner. Das Ziel ist ein Computer, der so ähnlich wie das Gehirn funktioniert. Seine Forschungsergebnisse können dazu beitragen, die Rechengeschwindigkeit zu erhöhen und dennoch weniger Energie zu verbrauchen.

Leibniz-Preis: Leibniz-Preis 2025: Professor Dr. Wolfram Pernice von der Universität Heidelberg arbeitet an der Idee, einen Computer zu entwickeln, der so ähnlich wie ein Gehirn funktioniert.
Leibniz-Preis 2025: Professor Dr. Wolfram Pernice von der Universität Heidelberg arbeitet an der Idee, einen Computer zu entwickeln, der so ähnlich wie ein Gehirn funktioniert.

Mehr Licht für nachhaltige Energie: Leibniz-Preis 2025 für Stuttgarter Chemikerin Bettina Valeska Lotsch

Bettina Valeska Lotsch vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart erhält den Leibniz-Preis für ihre Arbeiten in der Festkörperchemie für die Entwicklung neuer Materialien. Dabei konzentriert sie sich auf innovative Materialien, die für nachhaltige Energiequellen nutzbar sind. So entwickelte Lotsch ein vollkommen neues Lichtspeicherkonzept, das die Energieumwandlung- und Speicherung von Sonnenenergie in einem Material erlaubt. Wichtig sind diese Arbeiten für die Erzeugung von Wasserstoff mit nachhaltiger Energie und für die Entwicklung von Solarbatterien.

Leibniz-Preis: Leibniz-Preis: Prof. Dr. Bettina Valeska Lotsch vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart forscht an innovativen Materialien, die für nachhaltige Energiequellen nutzbar sind.
Leibniz-Preis: Prof. Dr. Bettina Valeska Lotsch vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart forscht an innovativen Materialien, die für nachhaltige Energiequellen nutzbar sind.

Tumore enttarnen: Leibniz-Preis 2025 für Freiburger Mediziner Robert Zeiser

Der dritte Preisträger aus Baden-Württemberg ist der Mediziner Robert Zeiser von der Uniklinik Freiburg. Zu seinem Forschungsgebiet gehört die Untersuchung, wie Tumore sich vor dem körpereigenen Abwehrsystem tarnen und so der Immunabwehr entkommen. Ebenfalls auf das Immunsystem beziehen sich seine Arbeiten zu Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen.

Er konnte mit den neu gewonnenen immunologischen Erkenntnissen einen Wirkstoff für eine innovative Therapie entwickeln. Der schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Wissenschaftler entwickelte auch einen Antikörper, der in der Krebstherapie zum Einsatz kommt.

Leibniz-Preis: Prof. Dr. Robert Zeiser vom Universitätsklinikum Freiburg erhält den Leibniz-Preis für seine Arbeiten zur Erforschung und Behandlung von Blutkrebs
Leibniz-Preis: Prof. Dr. Robert Zeiser vom Universitätsklinikum Freiburg erhält den Leibniz-Preis für seine Arbeiten zur Erforschung und Behandlung von Blutkrebs.

Die weiteren Preisträger und Preisträgerinnen:

  • Professor Dr. Volker Haucke, Biochemie und Zellbiologie, Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie, Berlin
  • Professor Dr. Hannes Leitgeb, Theoretische Philosophie, LMU München
  • Professorin Dr. Ana Pombo, Genombiologie, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin
  • Professor Dr. Daniel Rückert, Künstliche Intelligenz, TU München
  • Professorin Dr. Angkana Rüland, Angewandte Mathematik, Universität Bonn
  • Professor Dr. Michael Seewald, Katholische Theologie, Universität Münster
  • Professorin Dr. Maria-Elena Torres-Padilla, Epigenetik, Helmholtz Zentrum München

Das Preisgeld steht den Forschenden in den kommenden sieben Jahren nach ihren eigenen Vorstellungen für die Forschung zur Verfügung. Die Leibniz-Preise 2025 werden feierlich am 19. März des nächsten Jahres in Berlin vergeben.

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