Das Klinikum Ludwigshafen, die BG Klinik in Ludwigshafen-Oggersheim und das Uniklinikum Mannheim arbeiten künftig im Bereich Neurochirurgie eng zusammen. Ziel soll sein, Verlegungen von Patienten zu vermeiden und Kompetenzen zu bündeln. Spezialisten aus den drei Kliniken sollen sich gegenseitig künftig beraten und auch an jedem der drei Standorte Operationen durchführen können. Das Projekt wurde am Donnerstag von Kliniken und Landesgesundheitsminister Clemens Hoch vorgestellt: "Jeder baut seine Spezialisierung auf, aber wenn es drauf ankommt, kommt der Arzt zum Patienten und nicht anders herum."
Zusammenarbeit statt Konkurrenz
Die drei Häuser arbeiten schon viel zusammen, mit der Kooperation wollen sie die Zusammenarbeit weiter stärken. So sagt es Hans-Jürgen Hennes, Ärztlicher Direktor der Uniklinik Mannheim: "Das Projekt ist eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Region, dafür brauchen wir verlässliche Partner und die haben wir hier." Mit dem Projekt werden auch Konkurrenzen im Bereich Neurochirurgie abgebaut.
Der neue Direktor des Zentrums "Neurochirurgie" ist sich sicher, mit seinen Kollegen auf einem guten Weg zu sein. "Am Ende werden alle drei Standorte von dieser Kooperation profitieren, weil wir Synergien bilden und uns inhaltlich abstimmen und jeder nicht eben alles macht, sondern jeder das macht, was er gut macht", sagte Nima Etminan im Rahmen der Pressekonferenz. Die beteiligten Kliniken sollen auch eine gemeinsame Datenbank verwenden.
Aufteilung von Spezialisierungen
Konkret sieht die Aufteilung folgendes vor. Die Uniklinik Mannheim spezialisiert sich auf Vaskuläre Neurochirurgie, Neuroonkologie und Schädelbasischirurgie sowie die Pädiatrische Neurochirurgie. Die BG in Ludwigshafen-Oggersheim behandelt vor allem traumatologische Fälle, am Klinikum Ludwigshafen erfolgt die neurochirurgische Behandlung von Schlaganfällen. Dazu kommen weitere Bereiche, die klinikübergreifend behandelt werden sollen.
Leitstellen sollen geschult werden
Die Zusammenarbeit soll schon bei den Notfällen beginnen: Gemeinsam mit den Leitstellen des Rettungsdienstes wolle man Patienten direkt in die passende Klinik einliefern lassen. Soweit dies nach der ersten Diagnose an der Unfallstelle möglich sei. Und die akute Erstbehandlung kann nach wie vor jede Klinik leisten.
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Lehrstuhl für Neuromodulation und Neuroprothetik
Daneben soll ein auf diesen Bereich spezialisierter Lehrstuhl an der Uniklinik Mannheim entstehen. Diese soll die Forschung in den Fachbereichen Neuromodulation und Neuroprothetik stärken. Dabei geht es unter anderem um die Manipulation des Nervensystems zur Linderung chronischer schmerzen, beziehungsweise um die Steuerung von Prothesen direkt durch das Gehirn.