Verbunden mit einem Großaufgebot an Polizei haben am Sonntagnachmittag rund tausend Menschen in Stuttgart für ein freies Palästina demonstriert. Gegen 15 Uhr hatten sich die Demonstrierenden am Schillerplatz im Stuttgarter Zentrum versammelt.
Die Polizei sprach gegenüber dem SWR von einer "emotionalen, aufgeheizten Stimmung". Die Kundgebung und ein Demonstrationszug durch die Stadt blieben allerdings friedlich. Um 18 Uhr endete die Kundgebung.
42-Jähriger offenbar von drei Männern attackiert
Am Rande der propalästinensischen Versammlung ist jedoch ein 42-jähriger Mann krankenhausreif geschlagen worden. Er sei mit schweren Platzwunden ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei am Abend mit. Er hatte laut Polizei nicht an der Versammlung teilgenommen, sondern sich am Rande einer Zwischenkundgebung in der Tübinger Straße aufgehalten.
Zu den Hintergründen des Vorfalls dauern die Ermittlungen an - ein Sprecher sagte jedoch auf Nachfrage, dass der Angriff nicht in inhaltlichem Zusammenhang mit der Versammlung stehe. Zwei 41-jährige Männer und ein 46-Jähriger seien festgenommen worden.
Frau provoziert Teilnehmende
Außerdem hatte eine Frau eine Israel-Fahne ausgepackt und den Teilnehmenden der Kundgebung den Stinkefinger gezeigt. Das heizte die Stimmung auf und die Polizei musste dazwischen gehen.
Bereits am Samstag hatte es eine Pro-Palästina-Kundgebung gegeben. Veranstalter war der Verein Palästinakomitee. Die Kundgebung zählte laut Polizei mehrere Hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer, es gab einen Aufzug vom Wilhelmsplatz über den Rotebühlplatz bis zum Kronprinzplatz. Besondere Vorkommnisse habe es dort nicht gegeben, die Lage blieb friedlich.
Mehrere Hundert Polizistinnen und Polizisten in Stuttgart vor Ort
Die Polizei war mit mehreren Hundert Beamtinnen und Beamten sowie einer Polizeireiterstaffel im Einsatz. Auch ein Übersetzer war für die Polizei vor Ort. Sowohl einige Transparente als auch Aussagen von Teilnehmenden der Kundgebung will die Polizei im Nachgang noch strafrechtlich prüfen.
Angemeldet worden war die Kundgebung von einer Privatperson. Der Veranstalter bat zu Beginn darum, friedlich zu demonstrieren und keine anderen Nationalitäten und Religionen zu verunglimpfen.