CDU vor AfD und SPD

Bundestagswahl: Vorläufiges Endergebnis und Reaktionen aus Baden-Württemberg

Stand

Von Autor/in Michael Ströbel

Die CDU wird stärkste Kraft in Baden-Württemberg. Die AfD holt ihr bestes Wahlergebnis und erreicht Platz zwei: die vorläufigen Endergebnisse für die Bundestagswahl 2025.

Wie im Bund geht die CDU bei der Bundestagswahl laut dem vorläufigen Endergebnis auch in Baden-Württemberg mit 31,6 Prozent der Stimmen (+6,8 Prozentpunkte) als klare Siegerin hervor. Dank eines satten Plus von 10,2 Prozentpunkten landet die AfD mit 19,8 Prozent auf Platz 2 vor der SPD mit 14,2 (-7,5) und den Grünen mit 13,6 Prozent (-3,5).

Ein deutliches Minus von 9,6 Prozentpunkten auf 5,6 Prozent hat die FDP in Baden-Württemberg noch hinter die Linke mit 6,8 Prozent (+3,5) abstürzen lassen. Das BSW holt auf Anhieb 4,1 Prozent der Stimmen.

Nach Zweitstimmen gehen bis auf zwei Wahlkreise alle an die CDU. Lediglich die Wahlkreise Karlsruhe Stadt und Freiburg können die Grünen gewinnen. Bei den Erststimmen ist die Lage ähnlich, in Karlsruhe Stadt und Freiburg liegen die Grünen-Kandidaten vorn, ansonsten dominiert die Farbe Schwarz. Wäre da nicht der Wahlkreis Stuttgart I: Auch hier liegen die Grünen nach Erststimmen vorne. Aber denkbar knapp - mit gerade einmal 16 Stimmen.

Alle aktuellen Entwicklungen können Sie hier in unserem Liveticker nachverfolgen:

Baden-Württemberg

Das war die Wahl im SWR Ticker zur Bundestagswahl in BW: ++ Mögliche Folgen für Landtagswahl ++ SPD sieht sich nicht zur Koalition gezwungen ++ Merz als Kanzler - fähig, aber unsympathisch? ++

CDU/CSU haben die Wahl vor der AfD gewonnen. Die FDP wird aus dem Bundestag gewählt - es gibt erste Rücktritte. Wahlergebnisse, Reaktionen und Analysen im Ticker.

CDU-Spitzenkandidat Frei: Union ist "eindeutiger Wahlgewinner"

Thorsten Frei, Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg, freute sich über die aktuellen Hochrechnungen. CDU/CSU seien "eindeutig Wahlgewinner". Damit ergebe sich für Friedrich Merz ein klarer Regierungsauftrag. Von dem Abend erhoffe er sich nun mehr Klarheit über mögliche Koalitionspartner, denn daraus müsse sich eine stabile Regierung bilden.

CDU-Landeschef Manuel Hagel rechnet bei einer künftigen Bundesregierung unter Führung von Friedrich Merz mit weniger Reibereien in der Regierung. Hagel sagte, der Auftrag zur Regierungsbildung liege jetzt ganz klar bei Unions-Kanzlerkandidat Merz und der CDU. "Nach gut drei Jahren dauerndem Ampelstreit in Deutschland muss und wird es wieder um Verlässlichkeit, Stabilität und gutes Regieren in Deutschland gehen. Dafür arbeiten wir als CDU - und dafür haben uns die Bürgerinnen und Bürger heute ihr Vertrauen geschenkt."

AfD-Landeschef Frohnmaier: "Wir stehen bereit"

AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel sagte in der ARD, die AfD werde "die anderen jagen, dass sie vernünftige Politik für unser Land machen". Der BW-Landesvorsitzende Markus Frohnmaier hat der Union unmittelbar nach dem Schließen der Wahllokale eine Zusammenarbeit etwa beim Thema Migration angeboten. "Wir stehen bereit, gerade in Fragen der Beseitigung der illegalen Migration, zusammenarbeiten", sagte Frohnmaier der Deutschen Presse-Agentur.

Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz habe ja auch in der Vergangenheit rote Linien revidiert, sagte Frohnmaier, der für die AfD im Bundestag sitzt und als enger Vertrauter von AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel gilt. Wenn es dazu komme, dass die Union nur in einer Dreierkoalition regieren könne, werde sich die AfD aktiv auf Neuwahlen vorbereiten, da ein solches Bündnis nicht lange halten werde.

Baden-Württemberg

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Wer hat bei der Bundestagswahl 2025 wen gewählt? Die interaktiven Grafiken zeigen auf Basis der Hochrechnung und später der Ergebnisse, wie BW und Deutschland abgestimmt hat.

Enttäuschung bei der SPD - Esken: "Können auch Opposition"

Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, zeigte sich im SWR enttäuscht über die aktuellen Hochrechnungen. In den kommenden Tagen müsse sich die SPD nun neu aufstellen, sowohl organisatorisch, programmatisch als auch personell. Persönliche Konsequenzen aus der SPD-Wahlpleite wollte sie vorerst jedoch nicht ziehen, sagte sie im ZDF. "Aber das machen wir gemeinsam und nicht an einem Wahlabend von einer Bühne herunter."

Mit Blick auf eine mögliche Regierungsbeteiligung sagte Esken, die im Wahlkreis Calw kandidierte, Sozialdemokraten hätten in den vergangenen Jahrzehnten immer Verantwortung übernommen, wenn das notwendig gewesen sei. "Ich will aber ganz klar sagen: Wir können als Sozialdemokratie auch in der Opposition Verantwortung übernehmen."

Baden-Württembergs SPD-Chef Andreas Stoch erklärt sich das schlechte Abschneiden seiner Partei mit dem Ruf der Ampelregierung. "Wir haben es nicht geschafft, uns aus der negativen Bewertung der Ampelkoalition und ihres Scheiterns zu befreien", teilte Stoch mit. Auch sei es nicht gelungen, den Zuwachs der AfD zu verhindern.

Grünen-Spitzenkandidatin Brantner: "Brauchen Kanzler, der zusammenführt"

Die Spitzenkandidatin der Grünen in Baden-Württemberg, Franziska Brantner, hat die Demokratinnen und Demokraten dazu aufgerufen, zusammenzuarbeiten und das Land und Europa in schwierigen geopolitischen Zeiten zu sichern. Es brauche jetzt einen Kanzler, der zusammenführe und nicht spalte. "Ich finde, dass der Abend noch ziemlich offen ist, viele Optionen, die noch da sind. Ich finde es zu früh, jetzt das eine oder andere auszuschließen", sagte Brantner am Wahlabend dem SWR.

Baden-Württemberg

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Mirow: Haben wirkliche soziale Probleme nach vorne gestellt

Die Spitzenkandidatin der Linken in Baden-Württemberg, Sahra Mirow, sieht das gute Abschneiden ihrer Partei unter anderem in der Auswahl der Wahlkampfthemen begründet. "Wir haben die wirklichen sozialen Probleme nach vorne gestellt, wie die hohen Mieten oder die immer weiter steigenden Preise", sagte Mirow im SWR. Das sei von den Wählern belohnt worden. "Wir haben ganz klar immer gesagt: Die sozialen Probleme dieses Landes mit Migration zu verknüpfen, ist nicht richtig."

FDP-Spitzenkandidatin Skudelny verteidigt Lindner-Strategie

Die Spitzenkandidatin der FDP in Baden-Württemberg, Judith Skudelny, hat trotz des schlechten Abschneidens der Liberalen bei der Bundestagswahl den Kurs von Parteichef Christian Lindner verteidigt. Das Ampel-Aus sei der richtige Schritt gewesen, sagte Skudelny dem SWR. Es sei noch zu früh, um über mögliche personelle Konsequenzen zu sprechen. "Ich glaube noch nicht, dass es der Zeitpunkt, ist über Personen zu reden."

Die Rechtsanwältin hofft, dass ihre Partei doch noch den Sprung in den neuen Bundestag schafft. Die FDP würde es nach den aktuellen Hochrechnungen von ARD und ZDF aber nicht über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Danach lagen die Freien Demokraten zwischen 4,7 und 4,8 Prozent.

BSW-Landeschefin Tatti: "Fulminantes Ergebnis"

Die Landeschefin des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Baden-Württemberg, Jessica Tatti, sieht in dem Abschneiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl ein "fulminantes Ergebnis". "Keine Partei hat es je geschafft, bei der ersten Bundestagswahl in den Bundestag einzuziehen", sagte Tatti der Deutschen Presse-Agentur. Ob das BSW in den Bundestag einziehen wird, ist aber noch unsicher. In den Hochrechnungen von ARD und ZDF lag die Partei knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde oder genau darauf. "Wir sind erstmal zuversichtlich, dass es noch reicht", sagte Tatti.

Auch wenn der Einzug nicht klappen sollte, sieht Tatti die Existenz des BSW nicht in Gefahr. Es gebe auch weiterhin eine Leerstelle im Parteiensystem, die das Bündnis besetze. "Es wird in irgendeiner Form weitergehen", so Tatti.

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