Selten, aber hoher Schaden

Brand am Windrad: Wie entsteht dort plötzlich Feuer?

Stand
Autor/in
Nadine Gode
Onlinefassung
Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele

Brände an Windrädern belasten die Umwelt und verursachen hohe finanzielle Schäden. Sie sind zwar selten. Aber: Wie kommt es eigentlich dazu? Und wie können sie gelöscht werden?

Meist ist ein technischer Defekt die Ursache: zum Beispiel ein Kurzschluss. Er kann auftreten, wenn Feuchtigkeit in elektrische Komponenten eindringt. Eine andere Möglichkeit ist eine Überhitzung. Die kann passieren, wenn Teile lange aneinander reiben. Eine Überhitzung darf aber eigentlich nicht passieren. Windräder werden regelmäßig gewartet. Äußere Einflüsse wie Blitzeinschläge oder starke Stürme können ebenfalls Brände verursachen.

Experten schätzen, dass jede Windturbine 0,6 bis einmal im Jahr einen Blitzschlag abbekommt, meist wird dabei ein Rotorblatt getroffen. Blitzschutzsysteme sorgen dafür, dass diese Blitze ohne Gefährdung von Personen oder Anlagen in die Erdungsanlage abfließen.

Brände sind sehr selten - im Promillebereich

Obwohl die Gründe so vielseitig sind, gab es bis jetzt recht wenige Fälle, in denen ein Windrad Feuer gefangen hat. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Windenergie treten jährlich etwa fünf bis zehn Brände auf. Angesichts der 30.250 Windräder (Stand März 2024), die in Deutschland mittlerweile stehen, liegen diese Fälle "im Promillebereich", so Wolfram Axthelm vom Bundesverband Windenergie.

Die meisten Windräder befinden sich in den nördlichen Bundesländern. In Rheinland-Pfalz stehen derzeit ca. 1.800 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 4.000 Megawatt. Baden-Württemberg hat mittlerweile rund 800 Räder mit einer Leistung von 1.800 Megawatt.

Gefahren des Feuers in der Höhe

Ein Feuer am Windrad kann gefährlich sein. Die Risiken halten sich aber durch die Sicherheitsvorschriften in Grenzen. Ein Grund dafür ist, dass Windräder mit mindestens 1.000 Meter Abstand zu einer Siedlung gebaut werden müssen.

Risiko: Herabfallende Teile

Deshalb sind die größte Gefahr brennende herabfallende Teile. Menschen sollten daher nicht in der Nähe von brennenden Windrädern spazieren gehen oder im Freien arbeiten. Dafür sorgt dann auch die Feuerwehr. Sie sperrt das Gebiet weiträumig ab.

Drehleiter zu kurz zum Löschen

Das ist meist schon alles, was die Feuerwehr tun kann. Löschen in über 100 Metern Höhe ist mit Löschfahrzeugen nicht möglich. Stattdessen lässt man brennende Windräder kontrolliert abbrennen. Dabei entstehen Rauchgase, die giftige Stoffe wie Kohlenmonoxid, Dioxine oder Feinstaub enthalten können. Deswegen rät die Feuerwehr in solchen Fällen vor Ort: Fenster und Türen geschlossen halten und Lüftungen oder Klimaanlagen ausschalten.

Mehr zu Windkraft

Einschätzung: So realistisch sind die Energieziele der Bundesregierung

80 Prozent des Stroms in Deutschland sollen laut dem neuen Energieplan der Bundesregierung bis 2030 aus erneuerbaren Energien stammen. Ist das realistisch? Eine Einschätzung.

Baden-Württemberg

Hiobsbotschaft zu Parteitag am Wochenende 8 statt 100 Windräder: Warum die Grünen in BW an ihren Klimazielen scheitern

Die Sorge um den Job und den eigenen Wohlstand ist bei vielen Menschen größer als die Angst vor Hitzewellen und Starkregen. Das macht sich auch in der BW-Politik stark bemerkbar.

Rheinhessen-Nahe

Energiekonzept für Großregion liegt vor Windräder könnten in der Region Rheinhessen-Nahe verdoppelt werden

Die Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe wird im Januar ihre Pläne für neue Windräder offen legen. Kritik an mehr Windkraftanlagen kam vor allem aus der Region Bad Kreuznach.

SWR4 am Nachmittag SWR4

Stand
Autor/in
Nadine Gode
Onlinefassung
Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele