
Organspende Infotag Oberdischingen
Ein sechs Monate altes Mädchen aus Oberdischingen (Alb-Donau-Kreis) hat dank einer Leberspende überlebt. Das neue Organ wurde im Universitätsklinikum Tübingen unter dramatischen Umständen transplantiert. Und das erfolgreich: Das kleine Mädchen ist heute eineinhalb Jahre alt. Ohne die Organspende würde es wohl nicht mehr leben. Aus Dankbarkeit organisieren Katharina Metzger, die Mutter des Kindes, und fünf Mitstreiter am Sonntag einen Benefiz- und Infotag in Oberdischingen.
Um zu überleben, braucht das Baby eine neue Leber
Wenige Wochen nach der Geburt war bei dem Baby aus Oberdischingen eine Gallengangatresie festgestellt worden. Eine seltene Erkrankung, bei der Gallengänge sich verschließen und sich die Gallenflüssigkeit staut. Eine Operation half nicht. Eltern und nahe Angehörige kamen als Lebendspender nicht in Frage.
Im März 2024 wartet das damals sechs Monate alte Kind im Tübinger Universitätsklinikum auf eine lebensrettende Leber. Das Mädchen hat nur noch wenige Tage zu leben. Dann die erlösende Nachricht: Es gibt eine Leber, von einem verstorbenen Kind. Allerdings in Osteuropa - und das Transplantationsteam muss die Spenderleber selbst nach Tübingen bringen.
Das Ärzteteam muss die Spenderleber in Osteuropa holen
Innerhalb weniger Stunden wird das Team zusammengetrommelt und verpasst fast den Flug. Am Ende gelingt es dann aber, das Organ vor Ort zu entnehmen und dem Baby in der Tübinger Klinik zu transplantieren. Und das alles innerhalb von rund 24 Stunden.
Katharina Metzger selbst erfährt erst Monate später von dem dramatischen Verlauf. Aber schon während der Monate des Wartens davor ist ihr klar: Sie wird sich für mehr Aufklärung zum Thema Organspende engagieren. Auch wenn es ihr Mädchen nicht schaffen sollte.
Manchmal bedeutet der schwerste Verlust des einen, die größte Hoffnung für jemand anderen.
Der Organspende-Infotag in Oberdischingen
Und so organisierten sie und fünf Mitstreiter den Benefiz- und Infotag in Oberdischingen: Einlass am Sonntag (30. März) in der Mehrzweckhalle ist um 15 Uhr. Ab 16 Uhr wird der Arzt sprechen, der dem kleinen Mädchen das Leben gerettet hat.
Silvio Nadalin und Yvonne Hary vom Universitätsklinkum Tübingen werden über die Themen Organspende und -transplantation berichten. Alina Özdemir aus Tübingen wird über ihre eigene Transplantation sprechen. Sie ist inzwischen auch als OP-Schwester am Uniklinkum Tübingen tätig.
Mit dabei sind auch die Organspendebeauftragte des Alb-Donau Klinikums Ehingen, Constanze Finter, und Sophia Blankenhorn von der Kreisärzteschaft Alb-Donau-Kreis. Alle Beteiligten werden nach ihren Vorträgen Fragen aus dem Publikum beantworten.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Spenden sind möglich, der Erlös geht an den Verein "Junge Helden", der sich für die Aufklärung über das Thema Organspende einsetzt.

Beim Infotag in Oberdischingen gibt es auch die Möglichkeit, sich kostenlos ein Organspende-Tattoo stechen zu lassen. 30 Menschen nehmen das wahr, "weitere wollten sich anmelden, doch die mussten wir leider abweisen, weil wir an dem Tag keine weitere Kapazität haben", so Katharina Metzger.
Wenn der Benefiztag ein Erfolg wird, wollen Katharina Metzger und ihre Mitstreiter in drei Jahren wieder einen Infotag zum Thema Organspende veranstalten. Und zwar am 26. März 2028 in der Lindenhalle in Ehingen.