
Das Gewicht halten, vielleicht sogar reduzieren? Und das möglichst ohne quälende Diät? Einem neuen Trend zufolge geht das auch: mit personalisierter Ernährung, einem individuell auf den Körper abgestimmten Ernährungsplan.
Bei der personalisierten Ernährung geht es aber nicht um schnellen Gewichtsverlust durch eine spezielle Diät. Ziel hierbei ist es, die eigene Lebens- und Ernährungsweise zu optimieren. Diese Umstellung ist auf Dauer ausgelegt und wird im besten Fall unter ärztlicher Begleitung durchgeführt.
Jedoch: Die ärztliche Begleitung ist gleichzeitig auch das "Problem", denn gesetzliche Krankenkassen übernehmen diese Art von Gesundheitsvorsorge nicht. Auch bei den privaten Krankenkassen empfiehlt es sich, vorher nachzufragen, welchen Teil sie übernehmen und welchen nicht. Denn ganz günstig ist diese ärztlich begleitete Ernährungsumstellung tatsächlich nicht. Denn um das nötige Wissen über den Körper zu gewinnen, um zu sehen, was er braucht oder vielleicht nicht, sind Laboruntersuchungen notwendig. Die Kosten für eine komplette Analyse der Blutwerte, eine Messung des Körperfetts, eine Blutzuckeranalyse, die Aufstellung der Ernährungsempfehlungen, sowie Coaching, Kontrolle und so weiter – das alles kann rund 1.300 Euro kosten.
Warum nicht einfach weniger essen?
Angesichts einer solchen Summe und so viel Aufwand stellt sich die Frage: Reicht das altbekannte Prinzip "Sport" und "FdH - Friss die Hälfte" denn nicht mehr, um Gewicht zu verlieren und fit zu werden? Anhänger der Idee einer personalisierten Ernährung fragen an dieser Stelle kritisch: Was genau ist das aber eigentlich, was man essen sollte? Denn: Experten vermuten, dass sich die Lebensmittel und deren für eine ausgewogene Ernährung empfohlene Menge eben nicht für jeden Körper anbieten. Im Gegenteil: Für recht viele sei diese ungeeignet, vermutet die Forschung.

Menschen reagieren individuell auf Lebensmittel
Mittlerweile weiß man, dass die Menschen sehr individuell auf Lebensmittel reagieren. Treibt bei dem einen die Scheibe Weißbrot den Blutzuckerspiegel massiv in die Höhe, hat das bei einem anderen kaum Auswirkungen auf den Blutzucker. Und genauso kann es sein, dass Person A bei gleicher Größe und Gewicht einen erheblich niedrigeren Kalorienbedarf pro Tag hat als Person B mit gleicher Konstitution.
Eine angepasste Ernährung kann bei Stoffwechselstörungen helfen
Hinzu kommen versteckte Stoffwechselstörungen, die man in jüngeren Jahren noch nicht merkt, auf die man aber durch eine entsprechende Ernährung Einfluss nehmen könnte. An dieser Stelle kann personalisierte Ernährung helfen. Ihr Ziel ist es, herauszufinden, welche Lebensmittel in welcher Menge für wen am besten geeignet ist. Wer sich in diese Richtung orientiert, für den betrifft die Umstellung nicht nur die Ernährung, sondern auch den Lebensstil.
Theorie steckt in den Kinderschuhen
Aber Vorsicht: Die personalisierte Ernährung ist eine noch junge Theorie, in vielen Bereichen ist die Forschung noch ganz am Anfang. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten daher genau schauen, welches Angebot sie nutzen. Im Internet werden oftmals Gen- oder Mikrobiomanalysen als Grundlage für eine personalisierte Ernährung beworben. Ob solche Analysen aber tatsächlich sinnvoll sind, ist wissenschaftlich noch umstritten. Insbesondere die Mikrobiomanalysen könnten aber zumindest in der (wissenschaftlichen) Zukunft interessant werden.