Immer, wenn es in den vergangenen Monaten stärker geregnet hat, ist der Guldenbach über die Ufer getreten. Der Grund dafür liegt nach Angaben des Bretzenheimer Ortsbürgermeisters Olaf Budde (CDU) an einer sogenannten Verklausung - das bedeutet, dass sich durch umgestürzte Bäume im Bach immer mehr Treibgut und Müll angesammelt haben. Dadurch kann das Wasser an dieser Stelle nicht mehr richtig fließen und sucht sich andere Wege, die mit der Zeit aber auch versanden können.
Das hat dazu geführt, dass die benachbarten Wiesen und Wirtschaftswege bis zur Bundesstraße hin immer wieder überschwemmt wurden. Außerdem stand das Wasser bei einem Anwohner bis in den Keller. Dieser hatte zeitweise bis zu drei Pumpen laufen, um das Wasser aus dem Keller zu bekommen.
Guldenbach tritt über die Ufer Überschwemmungen in Bretzenheim führen zu Baustopp an Brücke
Die Brückenarbeiten zwischen Bretzenheim und Langenlonsheim müssen aufgrund von Überschwemmungen immer wieder unterbrochen werden. Wenn es stärker regnet, tritt der Guldenbach dort über die Ufer.
Zuständige Wasserbehörde hat reagiert
Nach Angaben von Budde und Gemeinderatsmitglied Rainer Lanz-Wagner (FWL) hat die zuständige Wasserbehörde, die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, nun reagiert. In den vergangenen Tagen habe eine Wasserbaufirma das Flussbett am Hauptabfluss des Baches ausgebaggert. Im Laufe der Zeit hatten sich dort nach Lanz-Wagner viele Sedimente abgesetzt. Dadurch habe sich die Bachsohle angehoben, wodurch das Wasser nur noch sehr flach und damit auch langsam geflossen sei.
Bachlauf wurde ausgebaggert und vertieft
"Die Fließgeschwindigkeit war hier nur noch sehr gering, sodass sich alles, was der Bach mitgeführt hat, dort abgelagert hat", sagt Lanz-Wagner. Jetzt, nachdem dieser Bereich ausgebaggert worden sei, sei die Fließgeschwindigkeit wieder höher.
Durch die tiefer gelegte Bachsohle könne das Wasser jetzt wieder ungehindert weiterfließen und müsse sich keinen neuen Weg suchen. Dadurch soll verhindert werden, dass es sich bei starkem Regen wieder auf den benachbarten Wiesen und Wirtschaftswegen ausbreitet.
Ortsgemeinde Bretzenheim beobachtet Bachlauf genau
"Die Lösung muss beobachtet werden. Wir sind jetzt sensibilisiert und werden aktiv, wenn nochmal was ist," so Lanz-Wagner. Auch Ortsbürgermeister Olaf Budde bleibt wachsam. So richtig überzeugt ist er noch nicht: "Wir wollen eine dauerhafte Lösung. Wenn das Wasser wieder ansteigt und dann auch größere Teile angeschwommen kommen, besteht die Gefahr, dass der Hauptabfluss wieder verstopft wird."
Wir wollen eine dauerhafte Lösung.
Hätte die Ortsgemeinde einen Wunsch frei, würde sie sich wünschen, dass die Verklausung aufgelöst und die Baumstämme aus dem Bach entfernt werden. Das gehe laut SGD aber nicht, so Lanz-Wagner. In den vergangenen Jahren habe sich der Guldenbach durch die umgestürzten Bäume neue Wege gesucht. Aufgrund des Naturschutzes könne man diese Entwicklung nicht einfach rückgängig machen.
Keine endgültige Lösung in Sicht
Wie die SGD Nord auf SWR-Anfrage mitteilt, gibt es keine endgültige Lösunge. Von dort heißt es, dass man nur dann erheblich in die Natur eingreifen dürfe, wenn Gefahr für Leib und Leben bestehe. So sehe es die sogenannte Wasserrahmenrichtlinie der EU vor. Außerdem seien die Kosten für eine naturnahe Entwicklung deutlich geringer als für eine Renaturierungsmaßnahme.
Hinzu komme, dass dadurch das Schwemmgut an einer Stelle zentral aufgefangen werde. Ohne diese natürliche Barriere, die Verklausung, würde sich das Treibgut entlang des Bachs verteilen und müsste gegebenenfalls an vielen einzelnen Stellen entfernt werden.
SGD will Guldenbach regelmäßig kontrollieren
Um die Gemeinde vor weiteren Überschwemmungen zu schützen, will die SGD den betroffenen Bereich zusammen mit der Kreisverwaltung Bad Kreuznach weiterhin regelmäßig überprüfen. Dadurch könne man auf Veränderungen schnell reagieren, so die SGD.

Bauarbeiten an Brücke können weitergehen
Neben den landwirtschaftlichen Flächen waren auch die Bauarbeiten an der Brücke zwischen Bretzenheim und Langenlonsheim von den Überschwemmungen betroffen. Wie der Landesbetrieb Mobilität, kurz LBM, auf SWR-Anfrage mitteilte, mussten die Arbeiten aufgrund des vielen Wassers schon öfter gestoppt werden. Die Ortsgemeinde hofft nun, dass die Arbeiten zukünftig wie geplant und ohne weitere Unterbrechungen stattfinden können.
Seit dem Herbst des vergangenen Jahres wird die Brücke neu gebaut. Wegen der Sperrung, müssen Anwohnerinnen und Anwohner für rund neun Monate einen kilometerlangen Umweg fahren.