Zeit mit den Liebsten verbringen. Etwas basteln. Ein Lied singen. Gemeinsam spielen. Die Liste der Möglichkeiten, anderen und sich selbst ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren - und dabei keine allzu großen finanziellen Investitionen zu tätigen -, ließe sich beliebig verlängern.
Gerade in Zeiten einer Inflationsrate auf weiterhin hohem Niveau wird bei vielen von uns in Rheinland-Pfalz oder anderswo in Deutschland Kreativität gefragt sein zum Fest. Und das in vielen Bereichen:
Okay, bei Sachgeschenken für die Kinder wird es vermutlich nicht ganz ohne finanzielle Investition gehen. Aber, so zeigt eine Befragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die Menschen in Deutschland wollen in diesem Jahr so wenig Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben, wie zuletzt vor 14 Jahren. 250 Euro plant jeder Einzelne demnach durchschnittlich für Geschenke ein (2014: 219 Euro). Und die Begründung für das geringere Weihnachtsbudget ist meist die gleiche: Die hohe Inflation samt steigender Energiekosten.
Da wundert es nicht, dass das Weihnachtsgeschäft im Land nach den ersten beiden Adventswochenenden laut Handelsverband Rheinland-Pfalz noch ausbaufähig ist. Eine gewisse Kaufzurückhaltung sei immer noch da, heißt es von den Einzelhändlern. Zwar seien viele Menschen etwa in der Mainzer Innenstadt unterwegs, bei der Geschenkeauswahl werde aber genau geschaut.
Eine Möglichkeit, bei Weihnachtsgeschenken Geld zu sparen, ist, das Präsent und die Verpackung selbst zu basteln. Ob Scherenschnitt, etwas Gestricktes oder der gehäkelte Topflappen. Möglichkeiten gibt es viele. Auch Gebrauchtes kann begeistern. Wer online sucht, findet eine große Auswahl an Kleidung, Elektroartikeln und Möbeln. Viele freuen sich sogar mehr über Second Hand als über Neuware, da laut Handelsverband Deutschland in der Bevölkerung das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und damit für gebrauchte Geschenke gestiegen ist.
Und um die hohen Energiekosten im eigenen Haushalt langfristig zu drücken, rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz dazu, energiesparende Geschenke unter den Weihnachtsbaum zu legen, wie beispielsweise smarte Heizungsthermostate.
Die Preise für Weihnachtsbäume aus Rheinland-Pfalz steigen in diesem Jahr leicht. "Das liegt im Wesentlichen an den insgesamt höheren Kosten, etwa für Energie und Diesel“, sagt Wolfgang Schuh vom Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz. Die Teuerung sei "gerade einmal der Inflationsausgleich".
Eine Nordmanntanne koste in diesem Jahr pro Laufmeter zwischen 21 und 29 Euro, so Schuh. Das seien in der Spitze zwei Euro mehr als 2022. Für die Blaufichte würden in diesem Jahr pro Laufmeter zwischen 13 und 18 Euro fällig, ein Euro mehr als 2022. Rotfichten kosten laut Schuh 10 bis 15 Euro pro Laufmeter.
Wer einen günstigeren Weihnachtsbaum wolle, könne diesen selbst schlagen gehen. Hinzu kämen dann aber Kosten für die Anfahrt und gegebenenfalls für einen Glühwein vor Ort. "Mit dem Ergebnis: Der Baum ist billiger, sparen tun Sie aber nichts", sagt Schuh. Er rechnet für 2023 "womöglich" mit etwas niedrigeren Absatzzahlen für Weihnachtsbäume als sonst. Grund dafür sei die Zahl von nur drei Einkaufswochenenden in der Adventszeit vor Heiligabend - denn der 24. Dezember fällt in diesem Jahr ja auf den vierten Adventssonntag.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, auf Fichte oder Nordmanntanne zu verzichten und stattdessen auf alternative Weihnachtsbäume zu setzen.
Keine Lust auf Fichte, Nordmanntanne und Co? Alternative Weihnachtsbäume
Modern, stylisch, nachhaltig, platzsparend, kreativ - es gibt tolle Ideen für alternative Weihnachtsbäume! Wir schauen uns einige Beispiele an.
Der großflächige Stromausfall in Mainz am Samstag (9. Dezember) hatte nicht den Hintergrund, dass die Stadt angesichts hoher Strompreise Geld sparen wollte. Doch unter anderem die ausgefallenen Lichterketten auf dem Weihnachtsmarkt waren sinnbildlich dafür, dass es in vielen Gärten und Häusern in Rheinland-Pfalz in diesem Winter keine oder nur wenig Weihnachtsbeleuchtung geben wird. Die Kosten für Strom bewegen sich immer noch auf einem hohen Niveau. Die Verbraucherzentrale rät daher zu LED-Lichterketten.
Ob Braten oder Fisch, zu Weihnachten wird gerne geschlemmt - ohne Rücksicht auf zusätzliche Kilos und auf den Energieverbrauch. Dann sind schnell mal alle Herdplatten und der Backofen in Betrieb. Eine Möglichkeit, hier Geld zu sparen, ist die Nutzung von Schnellkochtöpfen mit Temperaturanzeige. So kann der Herd frühzeitig abgeschaltet und das Essen mithilfe der Restwärme zubereitet werden. Auch beim Essen selbst gibt es Sparpotential. Die Frage, wie viel brauche ich wovon pro Person, kann mithilfe von Online-Rechnern ermittelt werden.
Und bei der Wahl der Hauptspeise kann ein Preisvergleich nicht schaden: So ist Ente meist günstiger als Gans, Schwein günstiger als Geflügel und eine Forelle kostet in der Regel weniger als ein Karpfen. Wer das Essen richtig plant, die Reste gut verwertet und sich Gedanken über die Zutaten macht, kann also zweierlei auf einmal haben: Ein leckeres sowie ein sparsames Weihnachtsessen.
Eine Reise zur Verwandtschaft an den Feiertagen: Nicht bei jedem dürfte diese Vorstellung Jubelstürme auslösen. Das liegt zum einen vielleicht an der Verwandtschaft, zum anderen aber auch daran, dass damit quälende Stunden auf den Straßen und hohe Benzinkosten verbunden sein könnten.
Eine mögliche Alternative: Das Handy oder Tablet der Kinder sinnvoll nutzen und mit Mama, Papa, Oma, Opa, Tante, Onkel, Schwester oder Bruder per Videotelefonie "Frohe Weihnachten" wünschen. Spart Kosten und Nerven - und schont die Umwelt.
Und wer doch die persönliche Umarmung bevorzugt, sucht sich beispielsweise bei der Bahn eine passende Verbindung raus. Immerhin soll in diesem Jahr nicht mehr gestreikt werden.
Weitere Tipps für ein schönes (und auch nachhaltiges) Weihnachtsfest hat die Verbraucherzentrale Bundesverband zusammengefasst.