Geplant sind insgesamt 160 Wohnungen und Häuser - vor allem für Menschen, die ihr Zuhause durch die Flut verloren haben. Ende November wurde auf dem Gelände in der Verbandsgemeinde Altenahr mit den Abrissarbeiten begonnen. Innenminister Michael Ebling (SPD) sagte zum Start: "Solche Flächen gibt es im Tal nicht nochmal, die für eine Bebauung möglich sind. Sofern ist es ein echter Segen."
Abrissbagger legen im Frühjahr 2024 los
Die Abrissbagger sollen aber erst Anfang 2024 auf dem ehemaligen Fabrikgelände arbeiten. Vorher muss die Baufirma noch die alten asbesthaltigen Dächer der Fabrik und andere Schadstoffe beseitigen. Das Land unterstützt unter anderem den Abriss der Werkshallen mit insgesamt mehr als zwei Millionen Euro.
Erste Ideen für das Projekt gab es schon Ende 2021. Im letzten Jahr hatte die Gemeinde Ahrbrück dann das mehr als sechs Hektar große Gelände dafür von der Eigentümerfamilie für den symbolischen Preis von einem Euro gekauft. Die Detailplanungen für das Areal sollen voraussichtlich im Frühjahr fertig sein, so Ebling. Der Minister spricht von einem "Leuchtturm-Projekt für den Wiederaufbau im Ahrtal".
Freie Flächen für Neubauten sind im engen Ahrtal eine echte Rarität. Vor allem, seitdem die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord das neue Überschwemmungsgebiet für die Ahr festgelegt hat. Zum Teil dürfen zerstörte Häuser gar nicht mehr an alter Stelle aufgebaut werden oder nur unter großen Auflagen.
Viele Flutbetroffene wollen in Ahrbrück wohnen
Interessenten für das Neubaugebiet in Ahrbrück gibt es von Flutbetroffenen aus dem ganzen Ahrtal, wie der Ortsbürgermeister von Ahrbrück, Walter Radermacher (parteilos), dem SWR sagte. Er bezeichnet das alte Industriegelände als Geschenk: "Wir hatten ja Bauland in der Entwicklung. Das ist auch vom Hochwasser betroffen." Daher sei die Gemeinde froh über jeden Quadratmeter, der zum Bauen genutzt werden könne.
Auf dem ehemaligen Industriegelände von Brohl-Wellpappe sollen nicht nur Wohnhäuser, sondern auch Geschäfte sowie öffentliche Einrichtungen entstehen - "ein richtiger kleiner Ort, für jede und jeden", wie Radermacher sagt. Bis Menschen dort leben können, wird es jedoch vorraussichtlich noch einige Jahre dauern.