Schnee ist in der aktuellen Skisaison Mangelware in Baden-Württemberg. Eher Grün statt Weiß ist auf den Pisten in den Wintersportgebieten zu sehen. Die Skiliftbetreiber etwa an der Schwarzwaldhochstraße berichten, dass das Weihnachtsgeschäft für sie im Grunde ausfiel. Sie rechnen mit hohen Umsatzeinbußen. Um den vierten Advent herum, sei Skifahren möglich gewesen. Danach stiegen die Temperaturen wieder auf zweistellige Plusgrade.
Höhere Preise durch Energiekrise in Skigebieten
Das Beschneien mit Schneekanonen lohne sich nur, wenn es länger kälter als minus zwei Grad sei. Dazu komme, dass sich die Stromkosten massiv verteuert hätten - pro Tag um bis zu 1.300 Euro, sagt Markus Huber vom Skilift am Seibelseckle (Ortenaukreis). Die Preise für die Benutzung der Skilifte seien im Schnitt um 10 Prozent erhöht worden. In dieser Region hoffen die Skiliftbetreiber auf Schnee in den kommenden Wochen, etwa in der Faschingszeit.
Schneekanonen schlecht für das Klima
In vielen Skigebieten sei es dieser Tage schlicht zu warm für Kunstschnee, sagt auch Werner Eckert von der SWR-Umweltredaktion. Verantwortlich für die hohen Temperaturen sei der Klimawandel. Der Kunstschnee trage auch zum Energieverbrauch und damit auch selbst zum Klimawandel bei. Die Beschneiung der Alpen etwa verbraucht laut Eckert ungefähr soviel Strom wie eine halbe Million Haushalte pro Jahr. Außerdem bringe der Lärm, den die Schneekanonen in den Abendstunden verursachten, die Tierwelt nachweislich durcheinander.
Keine Garantie für Schnee
Eine Schnee- oder Kältegarantie für mittlere Höhenregionen gibt es schon länger nicht mehr. Das sei ein Problem, sagt Skiliftbetreiber Markus Huber. Denn wenn es schon keinen Schnee gibt, so braucht man wenigstens die Kälte, um mit Kanonen Schnee herstellen zu können.
Die Skiliftbetreiber sind schon seit Längerem bemüht, andere Einnahmequellen zu finden. Am Mehliskopf (Kreis Rastatt) sieht man das besonders deutlich. Neben gastronomischen Angeboten gibt es auch eine ganzjährig betriebene Bobbahn. So komme das Geld aus verschiedenen Töpfen, sagt Betriebsleiter Rainer Haberstroh.
Wie war das Wetter in vergangenen Wintern im Schwarzwald? SWR-Wetterexperte Sven Plöger hat sich die Daten angeschaut:
Auch am Feldberg ist an Ski-Tourismus nicht zu denken
Am Mittwochvormittag waren am Feldberg (Breisgau-Hochschwarzwald), dem höchsten Berg im Land, statt Schnee nur ein paar Schneefetzen zu sehen. Bei Temperaturen um die null Grad, Wind und Regen seien keine Wintersportler, nur vereinzelt Wanderer und Spaziergänger unterwegs gewesen, berichtet eine SWR-Reporterin. Einzig der Sessellift am Seebruck brachte Leute an den Gipfel.
Der Liftverbund hatte sich in dieser noch jungen Saison schon mehrfach an die Witterung anpassen müssen. Der Saisonstart war zweimal verschoben worden.
Die Skilifte auf der Schwäbischen Alb sind in diesem Winter bisher nur an wenigen Tagen gelaufen. Der Skilift in Albstadt-Tailfingen (Zollernalbkreis) des Wintersportvereins war diesen Winter noch gar nicht geöffnet. Dafür habe es zu wenig Schnee gegeben, sagt Liftwart Jürgen Estler dem SWR. Auch der TSV Kleinengstingen habe seinen Lift im Wintersportgebiet Engstingen (Kreis Reutlingen) noch nicht starten können, sagt Vorstand Peter Straube. Beide Vereine können das laut eigenen Angaben finanziell derzeit aber abfedern.
In Münsingen-Mehrstetten waren schon zwei, in Holzelfingen (beide Kreis Reutlingen) sogar schon drei Skitage möglich. Am besten lief es diesen Winter beim Wintersportverein Albstadt-Ebingen, der laut dem Vorsitzenden Ingo Schick nach Weihnachten sogar Skikurse anbieten konnte.
Auf der Berger Höhe bei Wangen im Allgäu (Kreis Ravensburg) stehen derzeit Lift- und Loipenbetrieb auch still. Und auf der Homepage heißt es zur Situation nur kurz und knapp: "Wir warten auf Schnee".