Wer in die Produktionshallen von Griesson-de Beukelaer in Polch will, muss erstmal durch einen gut gesicherten Eingang mit Drehkreuz und Warnsirene. In der Fabrik gibt es auch einen Dresscode: Alle, die dort arbeiten, tragen Haar- und Bartnetze, weiße Arbeitskittel und Sicherheitsschuhe.
Griesson-de Beukelaer produziert nicht nur Kekse
In der Produktionshalle neun - mehrere Fußballfelder groß und etliche Meter hoch - riecht es wie in einer Backstube: nach gebackenem Mehl, Butter, Zucker, aber auch nach Salz. Denn Griesson-de Beukelaer backt in Polch nicht nur süße Kekse, sondern auch Herzhaftes. In Halle neun werden zum Beispiel ausschließlich Gebäckstangen produziert.
Ins Auge fällt dort ein großer metallener Teigbottich. Hier werden die Gebäckstangen laut Produktionsleiter Bernd Zimmermann in einem halbautomatisierten Prozess hergestellt: "Ein Mitarbeiter gibt zum Teig von Hand einige Zutaten zu, andere Rohstoffe werden automatisch dosiert: Wasser, Eis, Mehl, Zucker, Salz, Hefe und ganz viel Butter."
Die Gebäckstange wird danach automatisch aus mehreren Teigschichten gefaltet, gewürzt und in einem 250 Grad heißen Garofen gebacken. Anschließend werden die Gebäckstangen runtergekühlt und in Plastikschalen verpackt. Jeden Tag werden so tausende Snacks produziert.
"Jaffa Cake" wird seit 1977 in Polch hergestellt
In einer weiteren Halle in Polch wird der berühmte "Jaffa Cake" produziert. Das kleine Gebäck besteht aus einem Biskuitboden, Fruchtgelee und Schokoladenüberzug. Seit 1977 wird der "Jaffa Cake" in Polch hergestellt. Er ist laut dem Unternehmen nach wie vor bei vielen Kunden sehr beliebt und zählt zu den wichtigsten Produkten im Sortiment.
Marktcheck checkt Griesson - de Beukelaer Wie gut sind Prinzenrolle & Co?
Griesson - de Beukelaer aus Polch produziert mit der Prinzenrolle Deutschlands meistverkauften Keks. Was steckt drin? Wie funktioniert das Marketing? Wie fair ist das Unternehmen?
Innovation: Teams arbeiten an neuen Produkten
Griesson-de Beukelaer arbeitet in seinem sogenannten Innovationcenter aber auch an neuen Produkten. Das futuristisch anmutende Gebäude ist direkt neben Produktionshalle neun. Hier sind vor vier Jahren die Teams der Abteilungen "Entwicklung" und "Engineering" eingezogen. Neben neuen Produktideen arbeiten die Teams auch an Verpackungen und innovativen Maschinen.
Christoph Koch und Tim Sidenstein gehören zu dem Team, das an neuen Süßigkeiten und Knabberzeug feilt. Ihr Auftrag ist es - in Zeiten von gesundheitsbewusster Ernährung - kalorien-, zucker- oder salzärmere Backwaren zu entwickeln. Dafür testen sie in einem laborähnlichen Raum in Handarbeit verschiedene Rezepte.
Warum ist Zucker ungesund und wie kommen wir von ihm los?
Im Durchschnitt essen wir Deutschen zu viel Zucker und das ist ungesund. Ernährungs-Doc Matthias Riedl erklärt, wie schädlich Zucker ist und wie wir ihn langsam reduzieren können.
Vegane Schokolade aus Sonnenblumenkernen
Eine ihrer jüngsten Kreationen ist Cereola mit "ChoViva": "ChoViva ist ein neuer, innovativer Rohstoff, der unseren Cereola-Keks ergänzt. Es ist eine Schokoladenalternative auf Basis von Sonnenblumenkernen. Da ist auch noch Fett dabei und Zucker, aber der Hauptgeschmacksgeber sind Sonnenblumenkerne", erklärt Christoph Koch.
Das neue Produkt sei nachhaltig, vegan und Kohlendioxid-reduziert, sagt der Produktentwickler. Im Vergleich zum gleichen Gebäck mit Milchschokolade spare er bei der Herstellung mit Choviva rund 25 Prozent Kohlendioxid. Alles Gründe, die für das Produkt sprächen. Aber entscheidend sei, dass das Geschmackserlebnis für den Kunden gleich bleibe.
Griesson-de Beukelaer will Standort in Polch zukunftssicher aufstellen
Auch Tim Sidenstein, der Teamleiter für Produktentwicklung, betont, dass es in erster Linie um den Geschmack gehe: "Unsere oberste Priorität ist, Genuss zu liefern, weil es das ist, was der Konsument erwartet." Einige Produkte von Griesson-de Beukelaer seien in den vergangenen Jahren salz- und zuckeroptimiert worden, um ernährungsphysiologisch besser zu werden. "Aber immer mit der Prämisse, dass der Vebraucher davon möglichst nichts mitkriegt", sagt Sidenstein.
Immer wieder Neues erfinden, aber dennoch am Markenkern festhalten - das sei Teil des Erfolgsrezeptes von Griesson-de Beukelaer, davon ist Pressesprecherin Annika Henkel überzeugt. Ob es für weitere 100 Jahre reicht, weiß auch sie nicht, aber sie hofft es: "Griesson-de Beukelaer ist fest verwurzelt in der Region und Teil von Polch, sodass das Werk auch zukunftssicher aufgestellt wird."