Frist endet am 30. November

So können Sie Ihr Deutschland-Ticket jetzt verlängern

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Autor/in
Michael Herr
Christian Papadopoulos
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Christian Papadopoulos

Das Deutschlandticket wird im kommenden Jahr teurer. Um sein Ticket zu behalten, muss ein Teil der Nutzer jetzt aktiv seine Zustimmung geben. Aber auch, wer den Termin verpasst, hat noch nachträglich Möglichkeiten.

Ein Ticket für den gesamten Nahverkehr - bundesweit. Das ist das Versprechen des Deutschlandtickets, das im Mai 2023 eingeführt worden ist. Der Ticketpreis ist allerdings nicht kostendeckend. Bund und Länder brachten im laufenden Jahr rund drei Milliarden Euro auf, um das Angebot mitzufinanzieren.

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Deutschlandticket kostet bald 58 Euro Deutschlandticket wird teurer - jetzt hagelt's Kritik

Das Deutschlandticket wird ab nächstem Jahr 58 Euro kosten. Das haben die Verkehrsminister beschlossen. PRO BAHN hält das für einen Fehler, Mobilitätsministerin Eder für unvermeidbar.

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Deutschlandticket nicht kostendeckend

Im September dieses Jahres haben sich die Verkehrsministerinnen- und minister von Bund und Ländern darauf verständigt, den Monatspreis für das Ticket vom kommenden Jahr an zu erhöhen - um neun Euro auf dann 58 Euro. Auf diese Weise sollten die Kundinnen und Kunden an den steigenden Kosten für die Nahverkehrs-Flatrate beteiligt werden.

Um das Ticket weiter nutzen zu können, muss ein Teil der Nutzer allerdings nicht nur mehr zahlen, sondern dieser Preiserhöhung auch explizit zustimmen. Das betrifft Fahrgäste, die ihr Ticket über die Deutsche Bahn beziehen. Die Betroffenen sind per Mail dazu aufgerufen worden, der Preiserhöhung bis zum 30. November zuzustimmen. Wer dem nicht nachkommt, dessen Abo gilt vom 1. Januar an als gekündigt.

So reagierte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) im SWR auf die im September von Bund und Ländern beschlossene Preiserhöhung beim Deutschlandticket.

Zwei Wege, um DB-Deutschlandticket zu verlängern

Der Bahn zufolge gibt es zwei digitale Wege, den neuen Preis abzunicken: Am PC können Nutzer per Log-In in ihrem persönlichen Bahn-Account im Bereich "Deutschlandticket“ den Button "Vertragsänderungen zustimmen" anklicken.

Am Smartphone können Fahrgäste in der App "DB-Navigator" ihr Deutschlandticket ansteuern. Beim Tippen auf die drei Punkte gelangen User ebenso zum Button "Vertragsänderungen zustimmen".

DB-Deutschlandticket kann bis Ende Dezember reaktiviert werden

Wer die Frist bis Ende November versäumt, steht aber damit nicht automatisch im kommenden Jahr ohne Ticket da. Wie ein Sprecher der DB dem SWR bestätigt hat, kann die Zustimmung zur Preisänderung auch noch den gesamten Dezember hindurch erteilt werden. Betroffene finden dann im DB Navigator oder ihrem Bahn-Account den Button "Abo reaktivieren“. Wer hier klickt, stimmt den Nutzungsbedingungen zu und kann im Januar weiter den Nahverkehr im gesamten Land nutzen.

RLP-Verkehrsbetriebe fordern keine Zustimmung zum neuen Preis

Die Bahn geht damit unter den Anbietern des Deutschlandtickets einen Sonderweg. Die meisten Verkehrsbetriebe in Rheinland-Pfalz - beispielsweise die Mainzer Verkehrsgesellschaft, die Koblenzer Verkehrsbetriebe, die Unternehmen im Bereich des VRN oder die VRT rund um Trier - fordern von den Kundinnen und Kunden keine explizite Zustimmung zur Preiserhöhung ein.

Wer bei diesen Unternehmen seine Nahverkehrsflatrate gebucht hat, wurde oder wird über die Preiserhöhung informiert. Wer dabeibleiben will, muss allerdings nichts weiter unternehmen. Wem das Angebot zu den neuen Bedingungen zu teuer ist, kann das Ticket einfach kündigen. Bei den Mainzer Verkehrsgesellschaft ist die Frist für einen Rücktritt zum 1. Januar der 10. Dezember. Allerdings haben Kundinnen und Kunden des Deutschlandtickets jeden Monat die Möglichkeit, ihr Abo zu kündigen - unabhängig von der Preiserhöhung.

Bahn verteidigt Sonderweg als "verbraucherfreundlich"

Warum die DB hier einen anderen Weg geht, bleibt ein Stück weit unverständlich. Bei der Bahn heißt es dazu, die Einholung einer aktiven Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer zum neuen Preis sei im Sinne des Verbraucherschutzes.

Nach Auffassung von SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Herr müsste der Konzern dann folgerichtig auch bei anderen Zeitprodukten den Segen der Kundschaft zu Preisanpassungen einholen. Besonders bei der Bahncard wäre dies tatsächlich ein schöner Service, handelt es sich dabei im Unterschied zum Deutschlandticket doch in aller Regel um Jahresabonnements.

Wer hier eine fristgerechte Kündigung versäumt, muss bei den Bahncards 25 und 50 in aller Regel für ein gesamtes weiteres Jahr zahlen. Allerdings verlängern sich diese Abos bei der Bahn für gewöhnlich auch nach Preiserhöhungen automatisch, solange die Fahrgäste keine Kündigung aussprechen.

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