Das Wiesbadener Amtsgericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung - wegen fahrlässiger Tötung und schwerer fahrlässiger Brandstiftung. Dabei beträgt die Bewährungszeit vier Jahre. So lange darf sich der 40-Jährige nichts zuschulden kommen lassen, sonst muss er doch ins Gefängnis.
Außerdem verhängte die Richterin mehrere Auflagen: So soll der Mann 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und durch regelmäßige Kontrollen nachweisen, dass er keine Drogen mehr nimmt. Vor dem Unfall soll der 40-Jährige regelmäßig Drogen genommen haben. Er hat auch schon 19 Vorstrafen unter anderem wegen Betrugs, Diebstahls und Trunkenheit im Straßenverkehr.
Tod des Kindes ist Strafe genug
Die Richterin sagte bei der Urteilsverkündung am Mittwochmittag, dass dies eher eine Hilfe sein sollte, um wieder ins Leben zurückzufinden als eine Strafe. Denn es gäbe keine Tatfolge, die schlimmer sein könne, als das eigene Kind zu verlieren. Das Gericht habe außerdem zu Gunsten des Angeklagten gewertet, dass er von Anfang an alles getan hat, um zu klären, was passiert ist. Da das Boot komplett abgebrannt ist, hätte man die Schuld des Mannes sonst garnicht nachweisen können.
Mit dem Urteil folgte das Gericht weitgehend der Forderung der Staatsanwältin. Der Verteidiger des Angeklagten hatte zuvor gefordert, dass sein Mandant nicht bestraft wird, da er durch den Tod der Tochter ohnehin schon genügend gestraft sei.
Siebenjährige stirbt in den Flammen
Der Bootsbrand hatte sich vor gut einem Jahr im Schiersteiner Hafen in Wiesbaden abgespielt. Der Vater hatte in der Kajüte des Bootes einen offenen Benzinkanister stehengelassen, obwohl ein Heizgerät oder ein Gasbrenner eingeschaltet war. Als das Boot ins Schwanken geriet, kippte der Kanister um und der Treibstoff entzündete sich. Es soll eine Verpuffung gegeben haben, woraufhin der Vater ins Wasser fiel. Er hatte noch versucht, seine Tochter zu retten. Es war ihm aber nicht mehr möglich. Die Siebenjährige starb noch vor Ort.
Angeklagter immer wieder in Tränen aufgelöst
Im Prozess hatte der Angeklagte eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Immer wieder wurde der 40-Jährige von Emotionen überwältigt - auch bei der Urteilsverkündung weinte er.