Mit der "Familienferien Sommeraktion" unterstützt das Land Rheinland-Pfalz Familien mit mindestens drei Kindern oder Alleinerziehende. In diesem Jahr würden so mehr als 80 Familien mit geringem Einkommen gefördert, teilte Familienministerin Katharina Binz (Grüne) am Dienstag mit.
Konkret heißt das: Eine Woche Urlaub für rund 300 Kinder und Erwachsene. Kostenpunkt für das Land in diesem Jahr: insgesamt 605.000 Euro. Zusätzlich steuert die Lotto Stiftung Rheinland-Pfalz noch mal 30.000 Euro bei. Die passenden Plätze für die Familien stellen Jugendherbergen und die Familienferienstätten zu Verfügung.
Noch. Denn bei den Familienferienstätten im Land könnte es finanziell bald enger werden. Insgesamt fünf Familienferienstätten gibt es in Rheinland-Pfalz.
Familienferienstätten, Jugendherbergen, Wohlfahrtsverbände Hier können Familien mit wenig Geld Urlaub machen
Hanna (10 Jahre) aus RLP will wie ihre Freundinnen in Urlaub fahren, aber die Eltern haben kein Geld. Wohlfahrtsverbände helfen, damit der Traum vom Urlaub doch noch wahr wird.
Eine davon ist das Familienferiendorf in Hübingen im Westerwald. Es stammt noch aus den 1960er Jahren. Dementsprechend viel Sanierungsbedarf gibt es - etwa beim Dach. Hier habe sich bereits die obere Schicht gelöst, erzählt Hanno Heil vom Feriendorf Hübingen. "Das ist nur eine Frage der Zeit, wann das Wasser hier durchdringt."
Eine Sanierung des Daches sei teuer: Mehr als zwei Millionen Euro. Derzeit teilen sich Bund, Land und Einrichtung die Kosten noch durch drei. Künftig aber müsste die Familienferienstätte die Summe alleine tragen. Der Grund: Der Bund hat angekündigt, die Fördermittel für solche baulichen Erhaltungen ab 2024 zu streichen.
Familienministerium will weiter fördern, muss aber noch prüfen
"Wenn der Bund aussteigt, müssen wir das Land anfragen, ob es diesen Anteil kompensieren kann", sagt Heil. Oder es müssten private Sponsoren gefunden werden. "Aber das müssten dann Sponsoren sein, die sechsstellige Beträge in die Hand nehmen, um die geht es hier", sagt Heil.
Ob allerdings das rheinland-pfälzische Familienministerium in Fällen wie diesen dann einspringen wird - noch unklar. Von dort heißt es: Das Ministerium werde auch zukünftig im bestehenden Umfang fördern. Man befände sich aber "in der Prüfung, ob und welche Konsequenzen die Streichung der Bundesmittel für die Ausgestaltung der Landesförderung hat."