In der Nacht haben wir mehrere Träume. Was wir träumen, können wir tatsächlich beeinflussen. Das braucht aber etwas Übung und zwar am Tag, erklärt SWR4 Psychologin Felicitas Heyne.
Kann man Träume während des Traums beeinflussen?
Kann man Albträume "wegtrainieren"?
Was kann man für schöne Träume tun?
Träumen wir jede Nacht?
Warum träumen wir eigentlich?

Kann man Träume während des Traums beeinflussen?
Ja, es gibt tatsächlich Menschen, die das richtig gut können.
Man kann diese Fähigkeit trainieren. Es gibt dafür unterschiedliche Techniken. Hier ein Beispiel von SWR4 Psychologin Felicitas Heyne:
Man kann sich über den Tag verteilt über einen längeren Zeitraum immer wieder die Frage stellen "Träume ich gerade oder bin ich wach?". Anschließend beantwortet man sich diese Frage kurz selbst. Parallel dazu macht man immer denselben Realitätscheck. Beispielsweise schließt man den Mund und hält sich die Nase zu. Dann probiert man, ob man noch Luft bekommt. Das geht natürlich nicht. Man weiß also, dass man wach ist.
Irgendwann macht man das dann automatisch im Traum und stellt beim Realitätscheck fest: Oh, ich kann ja atmen, obwohl ich mir Mund und Nase zuhalte. Dann weiß man, dass man träumt. Der erste Schritt in Richtung luzides Träumen ist gemacht.
Kann man Albträume "wegtrainieren"?
Nie mehr Albträume oder nur noch Schönes träumen ist schwierig. Aber man kann die Wahrscheinlichkeit für schöne Träume erhöhen. Es gibt einen ganz einfachen Tipp: Abends nicht so spät und eher leicht essen. Ein schwerer Magen erzeugt oft auch schwere Träume.
Einfach weil der Magen-Darm Trakt dann so aktiv ist und das Gehirn das irgendwie mit in die Träume einbaut.

Was kann man für schöne Träume tun?
Man sollte ca. eine Stunde vor dem Schlafengehen nichts Aufregendes und nichts Negatives mehr an sich ran lassen. Keine Krimis, keine Nachrichten, keine Finanzgespräche mehr. Sondern etwas Angenehmes machen, etwas Ruhiges. Eine schöne Geschichte lesen oder irgendetwas Entspannendes machen, wie Yoga oder Musik hören. Und ganz wichtig: jeden Abend im Bett vorm Einschlafen nochmal überlegen, was war denn heute schön und was hat mir gut getan, wofür kann ich auch dankbar sein. Das kann man auch in einem Dankbarkeitstagebuch festhalten. Diese guten Gedanken, dieses gute Gefühl nimmt man dann mit in den Schlaf und das gibt oft schöne Träume.
Träumen wir jede Nacht?
Wir träumen alle und wir träumen jede Nacht.
Auch die Menschen, die davon überzeugt sind, dass sie nie träumen, tun es. Wir träumen alle je nach Schlafdauer vier bis sechs Mal pro Nacht. Erinnern können wir uns nur dann, wenn wir aus dem Traum heraus zumindest kurz mal aufwachen. Am Besten erinnern wir uns an Träume aus der REM-Schlafphase. Das ist die Schlafphase, in der unser Gehirn sehr aktiv ist. Da sind die Träume besonders bunt und lebhaft und bleiben am ehesten im Gedächtnis.

Warum träumen wir eigentlich?
Die Forschung weiß immer noch nicht ganz sicher, warum wir träumen. Was man weiß: Das Träumen hilft uns, Erlebnisse und Gefühle vom Tag besser zu verarbeiten und das, was wichtig war, im Gedächtnis abzuspeichern. Das heißt: Wir träumen von den Sachen, die uns tagsüber beschäftigen. Aber weil diese Bruchstücke dann in den Träumen ganz wild und kunterbunt zusammengesetzt werden, ist es manchmal so, dass wir die Dinge im Traum plötzlich aus einer ganz anderen Perspektive betrachten können.
Wenn‘s richtig gut läuft, wachen wir dann vielleicht sogar mit einer ganz neuen Idee zur Lösung von einem alten Problem auf.